Heizung: Gas kann Wärmepumpe schlagen

Wir schreiben 2026: Bauherren eines neuen Einfamilienhauses entscheiden sich für den Einbau einer Erdgasheizung. Sie schwimmen damit gegen den Trend, denn fast 80 Prozent entscheiden sich hier für eine Wärmpumpe. Doch haben die Bauherren auch einen Fehler gemacht?

Der Einbau einer neuen Gasheizung kann in bestimmten Fällen wirtschaftlich sinnvoller sein als der Einbau einer elektrischen Wärmepumpe! Das ist ein Ergebnis einer Analyse des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln. Dort heißt es, eine neue Gasheizung in einem Einfamilienhaus könne „kurzfristig wirtschaftlicher sein, ist aber großen Gaspreis-Unsicherheiten unterlegen“. Unter Umständen könne es sich aufgrund steigender Gaspreise lohnen, eine 2026 installierte Gasheizung bereits 2040 durch eine Wärmepumpe zu ersetzen.

Bei Mehrfamilienhäusern gilt das indes nicht: Hier ist schon heute der Einbau einer elektrischen Wärmepumpe in allen betrachteten Szenarien die kostengünstigere Alternative.

Als Beispielgebäude für den Heizkostenvergleich hat das EWI ein Einfamilienhaus und ein Mehrfamilienhaus mit Baujahr zwischen 1958 und 1968 genutzt. Referenzen waren jeweils ein unsaniertes und ein vollständig saniertes Gebäude.

Das EWI weist explizit darauf hin, dass die Berechnungen hohen Unwägbarkeiten unterliegen. Das betrifft insbesondere die Entwicklung des Gaspreises. Unter anderem wirkt sich hier aus, dass Erdgas künftig klimaneutrales Gas beigemischt werden soll. Die Höhe der Beimischung steigt im Laufe der Jahre. Entscheidend für die Entwicklung des Gaspreises ist damit die Entwicklung des Biogas-Angebotes.

Langfristig erweise sich Biomethan nur dann als ökonomisch tragfähig, wenn das europäische Angebotspotenzial steige. Wenn das Angebot steige, „wird der Nachfragedruck auf den knappen Energieträger Biomethan gemindert und Knappheitspreise vermieden“. Hohe Knappheitspreise dagegen würden alle bestehenden Gasheizungen aus dem Markt drängen.

Das heutige Biogas-Potenzial in Europa könne 2045 „die Nachfrage in keinem Szenario decken“. Wenn das Biomethanpotenzial konstant auf dem heutigen Niveau bleibe, könnte sich der Gaspreis für Endverbraucher dadurch „ab 2040 verzehnfachen, wodurch Gasheizungen für alle Wohngebäude unwirtschaftlich werden“.

 

weiße Wärmepumpe vor einem Haus