Der Winter steht vor der Tür. Und wie im letzten Jahr ist die Versorgungssituation angespannt. Deshalb kommt aktiven und weiterhin wachen Sparbemühungen bei der Bevölkerung nach wie vor eine Schlüsselrolle zu, um nicht in eine Versorgungskrise zu rutschen. Doch das könnte diesmal schwerer werden. Denn eine Mehrheit sieht sich mit den Sparbemühungen am Ende angekommen.
Wie aus einer von der Nachrichtenagentur dpa beim Forschungsinstitut YouGov beauftragten repräsentativen Befragung hervorgeht, wollen 52 Prozent der Befragten nicht weniger heizen als im Vorjahr. Eine Mehrheit (61 Prozent) gibt dafür als Hauptgrund an, ohnehin wenig zu heizen und daher kein Sparpotenzial mehr zu haben.
Ohnehin gehen die Deutschen optimistisch in diesen Winter: Zwei Drittel der Bevölkerung in Deutschland macht sich derzeit keine Sorgen, dass im bevorstehenden Winter Erdgas knapp wird. Besorgt zeigen sich aktuell danach weniger als ein Viertel (24 Prozent).
Weniger heizen als im letzten Winter will knapp ein Drittel. Als Gründe geben von diesen gut drei Viertel an, „Geld sparen“ zu wollen. 14 Prozent geben Solidarität als Grund an, also ein Opfer, damit die deutschen Gasreserven nicht ausgehen. Lediglich 12 Prozent wollen weniger heizen, um das Klima zu schützen. Immerhin 23 Prozent sehen überhaupt keinen Grund zum sparsamen Heizen, jeder zehnte will das nicht tun, weil es mit Komforteinbußen verbunden ist. Aus diesem Grund wollen auch bloß ein Viertel der Befragten im Wintrer kürzer, seltener oder kälter duschen.
Die Bundesnetzagentur sieht indes durchaus die Mühe, die sich die Bevölkerung beim Sparen gibt. BNetzA-Präsident Klaus Müller zufolge waren die Einsparerfolge im letzten Winter beachtlich. Viele Menschen gingen mit der Heizung bewusster um. Das erhoffe man sich auch für den kommenden Winter. Niemand solle frieren. „Aber zugleich bleibt es auch für den nächsten Winter wichtig, dass die Menschen sich genau überlegen, welcher Verbrauch sich einsparen lässt.“ Die Ausgangssituation zu Beginn der Heizperiode sei zudem deutlich besser als vor einem Jahr. Die Gasspeicher seien sehr gut gefüllt, Importe und Einsparungen seien stabil. „Für eine vollständige Entwarnung ist es aber zu früh“.