Hochwasser & Extremwetter gefährden immer mehr Deutsche

vom 11.09.2024

Extremwetterereignisse und ihre Folgen dürften in Deutschland weiter zunehmen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Unabhängigen Instituts für Umweltfragen (Ufu) im Auftrag der Grünen-Bundestagsfraktion. 
 
Danach sind hierzulande fast 400.000 Menschen unmittelbar von Hochwasser bedroht. Etwa 384.000 Menschen seien in den kommenden Jahren mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem Hochwasser-Ereignis betroffen – davon allein gut 191.000 Bewohner entlang des Rheins und seiner Nebenflüsse. 

Auch Menschen, die an der Elbe wohnen, sind stark betroffen. Insgesamt seien hier rund 100.000 Einwohner besonders gefährdet. Grundlage der Berechnung sind den Angaben zufolge Pläne der Bundesländer zum Hochwasserrisikomanagement.
 
Die Studienautoren weisen aber ausdrücklich darauf hin, dass sich die Daten zu Betroffenen wegen künftiger Veränderungen auch verschieben könnten. Frühere Hochwasser, etwa an der Oder, gäben außerdem Hinweise darauf, dass die berechnete Dimension eher eine untere Annahme darstelle. 

Eine Studie im Auftrag des Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) war erst im Februar zum Ergebnis gekommen, dass in Deutschland mehr als 300.000 Gebäude von Hochwasser bedroht sein könnten. Nach den Fluten an Ahr und Erft im Jahr 2021 belief sich der Gesamtschaden auf mehr als 40 Milliarden Euro.

Wie das Umweltbundesamt mitteilte, sei ein großer Teil der Kommunen in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren von Extremwetterereignissen betroffen gewesen. Dabei habe sich gezeigt, dass nur wenige über einen Klimawandelfolgenanpassungsplan verfügen. 

77 Prozent der Kommunen gaben an, in den vergangenen zehn Jahren von den Folgen extremer Wetterereignisse oder anderen negativen Klimawandelfolgen betroffen gewesen zu sein.

Nur 16 Prozent waren davon nicht betroffen, sieben Prozent machten keine Angaben oder erklärten, es nicht zu wissen. 

Der Klimawandel wurde vor allem von fünf Konzernen angetrieben.