Iberischer Blackout: Netzbetreiber planten zu knapp

vom 21.06.2025

Der Blackout in Spanien und Portugal war nach Ansicht der spanischen Regierung vermeidbar. Ein Regierungsbericht erhebt dabei schwere Vorwürfe gegen den Netzbetreiber Red Eléctrica und diverse Kraftwerksbetreiber.

Wie die spanische Umweltministerin Sara Aagesen auf RTVE, dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen Spaniens, sagte, „fehlten Kapazitäten zur Spannungsregelung, entweder weil sie nicht ausreichend programmiert waren oder weil die programmierten Kapazitäten nicht den Vorschriften entsprachen. Oder eine Kombination aus beidem“. Mit Sicherheit könne man sagen, dass es nicht an einem Mangel im Land lag, denn es habe genügend Kraftwerke gegeben, um die Nachfrage zu decken.

Verantwortlich sei die schlechte Planung und Programmierung bei Kraftwerks- und Netzbetreibern. Manche Anlagen schalteten sich ab, obwohl die Spannung in ihrer Region noch im zulässigen Bereich war. Besonders schlimm: Einige der Kraftwerke, die das Netz eigentlich stabilisieren sollten, verhielten sich nicht den Vorgaben entsprechend. Sie erzeugten zusätzlich Spannung, anstatt sie aus dem Netz aufzunehmen – und beschleunigten somit den Zusammenbruch.

Dennch bleibt weiter unklar, ob damit der Blackout komplett geklärt ist. Denn noch hat sich der europäische Verband der Übertragungsnetzbetreiber ENTSO-E nicht geäußert. Dieser hat den Auftrag, die Sicherheit des europäischen Netzes zu überwachen; eine ENTSO-E-Expertenuntersuchung des Blackouts vom 28. April läuft noch.

Derweil will die spanische Regierung bereits Maßnahmen auf den Weg bringen, ihr Stromnetz sicherer zu machen. So soll es mehr Mittel für die Kontrolle von Überspannungen geben, aber auch eine bessere Überwachung der Kraftwerke und Netzbetreiber. Zusätzlich will man die Verbindung mit Überlandleitungen zum Rest von Europa deutlich vergrößern. Denn anders als in Spanien waren die Schwankungen der Netzfrequenz im Rest Europas leicht abzufedern – einfach, weil das Netz viel größer und leistungsfähiger ist.

Schließlich will Spanien in moderne Technik investieren, damit auch die Erneuerbaren Energien das Netz stabil halten können. Gemeint ist der Einsatz von Batterien zum Zwischenspeichern von Spannungsspitzen und die sogenannten „netzdienliche Wechselrichter“ an Batterien und Solarzellen. Denn bislang verhalten sich die Wechselrichter, mit denen etwa Solarzellen ans Netz angeschlossen werden, rein passiv. Die neue Variante könnte, wie ein Kraftwerksgenerator, das Netz stabil halten.

Der Berliner Blackout wurde wohl von Linksextremisten verursacht.