Die Internationale Energieagentur (IEA) geht davon aus, dass 2025 mehr Erdöl gefördert wird, als die globale Wirtschaft benötigt. Damit würde die OPEC+-Strategie zur Deckelung der Fördermengen nicht aufgehen: Denn ein Angebotsüberschuss ließe die Preise wohl sinken, was die OPEC+ eigentlich verhindern will.
In ihrem Monatsbericht prognostiziert die IEA für 2025 eine Zunahme der weltweiten Ölproduktion auf durchschnittlich 104,8 Millionen Barrel pro Tag. Auf der Nachfrageseite geht sie von einer leichten Zunahme auf 103,9 Millionen Barrel pro Tag aus.
Erst Anfang Dezember hatten sich acht Opec+-Mitglieder, darunter Saudi-Arabien und Russland, darauf verständigt, ihre derzeit schon laufenden Produktionsbegrenzungen für drei weitere Monate beizubehalten. Dies dürfte allerdings durch Überproduktion einiger anderer Opec+-Staaten sowie eine deutlich gestiegene Produktion anderer Länder ausgeglichen werden.
Dazu kommt, dass sich die globale Nachfrage aktuell eher schleppend entwickelt. Vor allem die Nachfrage aus China habe sich deutlich verlangsamt. Insbesondere in asiatischen Schwellenländern werde hingegen mehr Öl gebraucht.
China ist auch in einer zweiten Hinsicht Hauptschuldiger dieser Entwicklung: Der rasante Ausbau der Elektromobilität dämpft die Ölnachfrage deutlich. Die Ölnachfrage Chinas könnte so bereits im nächsten Jahr ihren Höhepunkt erreichen – rund fünf Jahre früher als erwartet.
Die IEA sieht denn auch die Ölnachfrage zunehmend von der chemischen Industrie getrieben.