Auch im vergangenen Jahr legten die weltweiten Emissionen aus dem Energiesektor wieder zu. Erneuerbare Energien konnten den Anstieg jedoch bremsen. Darauf weist die Internationale Energieagentur (IEA) hin, die die sektorspezifischen CO2-Emissionen regelmäßig prüft. Demnach sind Emissionen aus dem Energiesektor 2023 zwar erneut angestiegen, nämlich um 410 Millionen Tonnen (+1,1 Rrozent). Das sind jedoch 0,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Etwa zwei Drittel des Emissionsanstiegs ist dabei auf Kohleverbrennung zurückzuführen.
Die IEA betont in ihrem Report, dass ungewöhnlich starke Dürreperioden weltweit für den anhaltenden Anstieg mitverantwortlich sind. 2023 konnte deutlich weniger Strom aus Wasserkraft gewonnen werden, Ausfälle wurden oftmals mit fossilen Energieträgern ersetzt. Dies erhöhte die Sektor-Emissionen um rund 170 Millionen Tonnen.
Ohne den Dürre-Effekt wären die energiebedingte Emissionen rückläufig gewesen. Auch strukturell bestätigt die IEA einen langsameren Anstieg der Emissionen im Energiesektor. Angetrieben wird der Rückgang vor allem durch den Ausbau der erneuerbaren Energien.
Insgesamt lasse sich konstatieren, dass die Korrelation zwischen Wirtschaftswachstum und steigenden Emissionen im Energiesektor schwächer werde. Das Bruttoinlandprodukt der sieben führenden Industrienationen wuchs 2023 durchschnittlich um 1,7 Prozent, während ihre Emissionen um 4,5 Prozent sanken. Mit dem Rückgang liegen Emissionen auf dem Niveau von vor 50 Jahren. Hauptverantwortlich ist die zunehmende Umstellung der G7 auf erneuerbare Energien.
Ein gegenläufiger Trend ist indes in Asien zu beobachten. Die Emissionen Chinas sind 2023 erneut angestiegen. Der Rekordrückgang bei den G7 von 520 Millionen Tonnen wurde mit Chinas Emissionsanstieg von 565 Millionen Tonnen mehr als aufgewogen. Ein Drittel der Emissionen ist auch hier auf Effekte wie Dürren zurückzuführen. Inzwischen übersteigen die Pro-Kopf-Emissionen Chinas die der G7 um rund 15 Prozent. Unabhängig davon bleibt China weltweit führend beim absoluten Ausbau sauberer Energien.