Insbesondere Entwicklungen rund um Künstliche Intelligenz sowie der Einsatz von Klimaanlagen haben den weltweiten Energiebedarf 2024 überdurchschnittlich stark steigen lassen. Darauf verweist die Internationale Energieagentur (IEA). Aufgefangen wird der Zusatzbedarf vorwiegend von Solarenergie und Atomkraft.
Der Energiebedarf stieg vor allem wegen der Nachfrage nach Strom, die im Vergleich zum Vorjahr um 4,3 Prozent zulegte. Der Zuwachs fällt damit fast doppelt so hoch aus wie im Schnitt der vergangenen zehn Jahre. Als einen Hauptgrund für die um 1.100 Terawattstunden höhere Nachfrage nach Strom gilt der Einsatz von Klimaanlagen, vorwiegend wegen extremer Hitze in Indien und China.
Schwellen- und Entwicklungsländer machten mehr als vier Fünftel des absoluten Energiezuwachses aus. Viel Strom floss zudem in Anlagen für künstliche Intelligenz, Datencenter und in zunehmend elektrisch angetriebene Transportmittel.
Eine Art Renaissance erlebt dafür die Atomkraft: Sechs neue Kraftwerke wurden fertiggestellt, zwei davon in China. Die weltweit neu installierte Leistung lag damit um ein Drittel höher als im Vorjahr. Mit den USA, Großbritannien und Frankreich bauten auch drei G7-Staaten ihre Kapazitäten aus.
Der Bedarf an Kohle wächst weiter, allerdings schwächte er sich wie in den Vorjahren ab. Das Mini-Wachstum von 1,1 Prozent geht nach Schätzung der IEA voll auf das Konto der Hitzewellen in Asien, die den Bedarf an Raumkühlung in die Höhe trieben.
Noch etwas schwächer fiel das Wachstum für Erdöl aus, auch wegen des Trends zum Elektroauto. In China, lange Zeit der Haupttreiber der Ölnachfrage, ging die Nachfrage nach ölbasierten Kraftstoffen 2024 sogar zurück.
Kein anderer Energieträger baute so viel Leistung zu wie erneuerbare Energien, mehr als ein Drittel des Wachstums entfiel auf regenerative Quellen. Weit vorn liegt Solarenergie, aber auch Wind- und Wasserkraft legten zu. Gemacht wird das Rennen erneut von China: Das Gros der installierten Erneuerbaren-Leistung ging im vergangenen Jahr hier ans Netz.
Beträchtlich wuchs die Leistung auch in der EU und den USA. Laut dem IEA-Exekutivdirektor Fatih Birol weiche der starke Ausbau von Solarenergie, Wind- und Atomkraft sowie Elektrofahrzeugen die Verknüpfung von Wirtschaftswachstum und Emissionen auf.
Die Nachfrage nach Erdgas erreichte ebenfalls einen Rekordwert. Dabei dürfte der Bedarf nach Flüssigerdgas (LNG) nach Angaben der IEA weiter steigen.