Kleine Wasserkraft kann Resilienz stärken

vom 27.09.2026

Kleine Wasserkraft, d.h. Anlagen bis ein Megawatt Leistung, kann zur Systemsicherheit beitragen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Bergischen Universität Wuppertal für den Bundesverband Deutscher Wasserkraftwerke. Dabei liege die Bedeutung vor allem im Ort der Energieerzeugung.

Mit ihren rotierenden Massen könne kleine Wasserkraft die Verteilnetze stabilisieren, etwa durch die Bereitstellung von Momentanreserve. Die dezentrale Verteilung der Anlagen sei hier vom Vorteil.

Dass die Wasserkraft ihren Schwerpunkt in Süddeutschland habe, sei ebenfalls positiv. Dies verringere den nötigen Stromtransport von Nord- nach Süddeutschland. Allerdings trage die kleine Wasserkraft hierzulande nur mit 0,5 Prozent zur Stromerzeugung bei.

Die Bereitstellung von Systemdienstleistungen ist nicht der einzige Pluspunkt für die kleine Wasserkraft. Im Falle eines Blackouts können kleine Wasserkraftwerke auch den Inselnetzbetrieb für einzelne Orte aufrechterhalten.

Die Wissenschaftler rechneten dies beispielhaft für eine real existierende Wasserkraftanlage mit 177 Kilowatt Leistung durch, die eine naheliegende Ortschaft mit 132 Haushalten versorgt. Diese könnte bei einem Blackout das Dorf vollständig weiter mit Strom versorgen – und zwar für das komplette Jahr.

In Deutschland gibt es rund 7.500 Wasserkraftwerke, 95 Prozent davon mit einer Leistung von unter einem Megawatt.