Der Weltklimarat IPCC hat den dritten Teil des Klimabericht vorgelegt. Es sind die Ergebnisse der Arbeitsgruppe III des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), die sich mit Maßnahmen zum Klimaschutz befasst. Der Tenor: Es bleibt kaum noch Zeit, wenn die Menschheit den Klimawandel auf ein Minimum begrenzen will. Der IPCC bricht den mehr als 2.900 Seiten umfassenden Bericht auf eine Zahl herunter: Dreißig Monate bleiben noch, um die Erderwärmung auf maximal 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Spätestens ab 2025 müssen die Treibhausgasemissionen weltweit sinken, statt weiter zu steigen.
UN-Generalsekretär Antonio Guterres wird denn auch ungewöhnlich deutlich: „Es ist ein Dokument der Schande, ein Katalog der leeren Versprechen, die die Weichen klar in Richtung einer unbewohnbaren Erde stellen“. Die wahren gefährlichen Radikalen seien nicht Klimaaktivisten, sondern jene Länder, die die Produktion von fossilen Brennstoffen ausbauen. Das sei „moralischer und wirtschaftlicher Wahnsinn“.
Lichtblicke gibt es indes durchaus. In manchen Bereichen habe man mittlerweile die Dringlichkeit erkannt – an anderer Stelle helfe die rasante technologische Entwicklung. So seien zwar die menschengemachten THG-Emissionen von 2010 bis 2019 im Schnitt um jährlich 1,3 Prozent gestiegen, doch sei dies durchaus ein Fortschritt. Denn ein Jahrzehnt zuvor lag der Durchschnitt der Steigerung noch bei 2,1 Prozent. Zudem zeige sich: Die Kohlenstoffintensität pro verbrauchter Einheit Energie sinke. Das heißt: Die Energie wird weltweit grüner! Das zeige, dass die internationale Klimapolitik durchaus wirke!
Für gewisse Irritationen in Deutschland sorgte am Tag der Veröffentlichung des Berichts übrigens das Nachrichten-Flaggschiff Tagesschau. Denn dieser war der Bericht am Abend nicht einmal eine Erwähnung wert.