Der Weltklimarat IPCC hat seinen Abschlussbericht, genauer: den Synthesebericht zum 6. IPCC-Sachstandsbericht, vorgelegt. Es ist die letzte Stufe des aktuellen Klima-Berichtzeitraums. Wie sich bereits ankündigte, intensiviert der IPCC darin seine Warnungen. Die Staatengemeinschaft müsse jetzt handeln, um die Schäden durch den Klimawandel zu begrenzen. Die Klimaschutzziele der Welt seien in akuter Gefahr, wenn die klimaschädlichen Treibhausgase nicht noch in diesem Jahrzehnt drastisch gesenkt würden. Das Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, sei kaum mehr möglich.
Der Synthesebericht zeigt vor allem, wie schnell die Klimakrise voranschreitet und dass sie die Ärmsten am härtesten trifft. Darüber hinaus listet der Bericht aber auch Maßnahmen auf, die das Schlimmste noch verhindern können. Laut IPCC sei eine Menge Geld zum Klimaschutz vorhanden, dieses werde aber leider falsch eingesetzt. Auch gebe es saubere Techniken zum Klimaschutz, dennoch setzten Regierungen und Unternehmen zu oft auf vorhandene, dreckige Verfahren und Anlagen. Die Welt wisse, was zu tun sei, sei aber zu träge, sich zu ändern.
Konkret listet der IPCC-Synthesebericht auf:
- Schäden und Verluste durch den Klimawandel werden in Zukunft zunehmen. Menschliche Aktivitäten verursachen „eindeutig“ die Erderwärmung um bislang 1,1 Grad Celsius gegenüber dem Durchschnitt der Jahre von 1850 bis 1900. „Weiträumige und schnelle Veränderungen“ seien in Atmosphäre, Ozeanen, Eisregionen und Biosphären spürbar. Alle Regionen der Welt seien betroffen. Am meisten aber „verletzliche Gemeinschaften, die am wenigsten zum Klimawandel beigetragen haben“.
- In manchen Ökosystemen und Regionen ist die Grenze für mögliche Anpassung bereits erreicht. Die Finanzierung für Anpassungen sei ungenügend, Fortschritte reichten nicht aus.
- 80 Prozent des historischen CO2-Budgets für 1,5 Grad sind bereits aufgebraucht. Auch beim 2-Grad-Ziel sind bereits zwei Drittel des CO2-Budgets verbraucht.
- Es gebe ein sich „schnell schließendes Fenster“ für eine „lebenswerte und nachhaltige Zukunft für alle“. Nötig seien mehr Finanzmittel und bessere Anpassung: „Entscheidungen und Aktionen, umgesetzt in diesem Jahrzehnt, werden Folgen haben für jetzt und für Tausende von Jahren“.
Hoffnungslos sei die Lage jedoch nicht, denn es gebe Lösungen: „Machbare, effektive und günstige Optionen für CO2-Reduktion und Anpassung sind vorhanden“. Sie unterscheiden sich nach Regionen und Bereichen. Historische und soziale Gerechtigkeit, Inklusion und ein gerechter Umbau der Wirtschaft könnten Anpassungen und Emissionsminderung möglich machen. Es gebe viele Optionen, um emissionsintensives Verhalten zu mindern. Oft verbessere sich dabei die Lebensqualität. Klimaschutz brauche politisches Engagement, Gesetze, politische Maßnahmen und Zugang zu Finanzen und Technologie. Um die Klimaziele zu erreichen, müsse die Finanzierung von Anpassung und CO2-Reduktion „um eine Vielfaches“ erhöht werden. Es gebe ausreichend Kapital für diese Investitionen, aber Hindernisse, die Kapitalströme in die richtige Richtung umzuleiten.