Klimaschutz: Neue Wege sind nötig

vom 13.04.2025

Der Umbau zur klimafreundlichen Gesellschaft erfordert in den kommenden Jahren massive Investitionen. Doch dabei stoßen Unternehmen vermehrt an ihre Leistungsgrenzen. 

Fachleuten sprechen sich deshalb vermehrt nach neuen Wegen aus, um Kapital zu aktivieren bzw. die nötigen Finanzierungen zu ermöglichen. 

Wie das „Handelsblatt“ berichtet, haben sich die Denkfabrik Epico, das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) und die Klimaschutzorganisation Bellona Deutschland hierzu dazu Gedanken gemacht. 

Ziel ist es, dass institutionelle Investoren wie Versicherungen und Pensionskassen attraktiver und einfacher in Energiewende-Projekte investieren können. Banken soll die Kreditvergabe über staatliche Garantien erleichtert werden, kommunale Unternehmen sollen an den Kapitalmarkt herangeführt werden.
 
Laut Epico-Chef Bernd Weber habe die Energiewende kein Kapitalproblem, „das Geld ist da. Was fehlt, sind verlässliche Rahmenbedingungen, attraktive Risiko-Rendite-Profile und breiter Zugang zum Kapitalmarkt.“ Der Staat dürfe nicht alles selbst finanzieren. Thilo Schaefer vom IW sagte, es gehe vielmehr darum, dass der Staat die Risiken effizient absichere.

Unter der Überschrift „Private Märkte aktivieren statt nur Staatsgeld verteilen“ empfehlen die Autoren der drei Partner, regionale Investitionsplattformen zu gründen, die Stadtwerken dabei helfen, fit für den Kapitalmarkt zu werden. Projekte von Stadtwerken sollen gebündelt, standardisiert und institutionellen Investoren schmackhaft gemacht werden. „So wird aus kleinteiliger Energiewende ein Asset für den Kapitalmarkt“.

Eine verstärkte Nutzung von staatlichen Garantien soll insbesondere KMU den Zugang zu Kapital erleichtern und Risikoprämien senken. Pro Euro an staatlicher Garantie könnten 15 Euro an zusätzlichen Investitionen mobilisiert werden.

Klimaschutzverträge (KSV) sollen für KMU geöffnet werden. KSV sind ein zentrales Element zur Finanzierung der Transformation. Sie werden zwischen Unternehmen und der öffentlichen Hand geschlossen. Die Verträge sollen den Umstieg auf klimaneutrale Produktionsverfahren ermöglichen und höhere Betriebskosten während des Übergangs ausgleichen. 

Die öffentliche Beschaffung soll sich den Vorstellungen der Autoren zufolge an CO2-Kriterien orientieren. So soll die Nachfrage nach klimafreundlich hergestelltem Stahl, Aluminium und Zement gestärkt werden. So  sollen „grüne Leitmärkte“ entstehen.

Die Herausforderung ist immens. Damit die politischen Ziele im Klimaschutz erreichbar werden, müssen die Unternehmen der Energiebranche nicht nur massiv in den Ausbau der Photovoltaik und der Windkraft investieren. Sie müssen auch den Ausbau der Stromnetze und den Aufbau von Wasserstoff-Produktionskapazitäten vorantreiben. Der „Fortschrittsmotor Energiewende 2024“ des BDEW beziffert den Investitionsbedarf der Branche auf 721 Milliarden Euro bis 2030. Bis 2035 sind es demnach sogar 1,2 Billionen Euro. 

Wissenschaftler wollen mehr politischen Ehrgeiz beim Klimaschutzplan.