Der Klimawandel setzt dem Planeten zu. Er ist vermutlich eine der größten Herausforderungen, vor denen die Menschheit aktuell steht. Die Auswirkungen der Veränderungen sind in der Tat umfassend, betreffen neben der planetaren Perspektive aber auch sehr konkret jeden einzelen. Denn wie eine Studie zeigt, wirken sich höhere Temperaturen unmittelbar auf die Schlafqualität aus!
Die Studie „Rising temperatures erode human sleep globally“ erschien in der Zeitschrift „One Earth“ und untersucht, wie abhängig Schlafzeit und Temperatur voneinander sind. Laut dem Erstautor Kelton Minor liefere die Studie „den ersten Beweis auf planetarischer Ebene, dass wärmere Temperaturen als die Durchschnittstemperaturen den menschlichen Schlaf beeinträchtigen“.
Dabei sind nicht alle Bevölkerungsgruppen gleich von den Auswirkungen hoher Temperaturen betroffen. Ärmere Menschen verlieren überdurchschnittlich viel Schlaf. Der Schlafverlust pro Grad Erwärmung sei etwa in ärmeren Ländern dreimal so hoch wie in reicheren Ländern.
Auch das Alter sowie das Geschlecht zollt seinen Tribut: Bei älteren Menschen ist die Körpertemperaturregulierung schlechter. Laut Studie steigt der Schlafverlust pro Grad Erwärmung bei über 65-jährigen deshalb um etwa 50 Prozent. Frauen schlafen bei gleichem Temperaturanstieg etwa 25 Prozent weniger als Männer, denn Frauenkörper kühlen durchschnittlich früher ab.
Im Schnitt verloren Studienteilnehmer und -teilnehmerinnen etwa 44 Stunden Schlaf pro Jahr aufgrund steigender Temperaturen.
Für die Studie wurden mehr als 47.000 Menschen über Armbänder beim Schlaf überwacht. Die Studienautoren sammelten darüber Daten zu mehr als sieben Millionen Nächten in über 68 Ländern in der Zeit von 2015 bis 2017.