Klimawandel tötet Millionen

vom 01.08.2021

Der voranschreitende Klimawandel hat mittlerweile immer mehr direkte, greifbare Auswirkungen auf die Menschheit. Eine Studie der Columbia-Universität hat nun die sogenannten Mortalitätskosten des Kohlenstoffs (MCC) berechnet. Diese stellen die Zahl der Toten dar, sollten die Staaten der Welt die CO2-Emissionen nicht nachhaltig reduzieren. Laut dem federführenden Wissenschaftler R. Daniel Bressler handle es sich bei MCC um eine Schätzung der Todesfälle, die durch die Emissionen einer zusätzlichen Tonne CO2 verursacht werden.

In der Studie berechnete Bressler ein Szenario, in dem sich die Erde bis zum Ende des Jahrhunderts um 4,1 Grad gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter erwärmt. In diesem Fall verursache der Klimawandel dann 83 Millionen zusätzliche Todesopfer – und damit ziemlich genau die Gesamtbevölkerung Deutschlands! Ein wenig pessimistisch stimmt, dass der bereits real ablaufende Klimawandel in jedem Fall zusätzliche Tote fordern wird. Allerdings ließe sich die Zahl auf neun Millionen reduzieren, wenn die CO2-Emissionen ab sofort schnell gesenkt werden.

Auch der Einfluss bestimmter Maßnahmen lässt sich prognostizieren: Wird etwa für ein Jahr lang die Stromproduktion eines Kohlekraftwerks durch regenerative Energien erbracht, macht das bis zum Ende des Jahrhunderts 904 Tote weniger aus. Je 100.000 Autos mit Verbrennungsmotor stehen pro Jahr für 105 zusätzliche Tote. Die absolute Zahl könnte sogar noch weitaus höher liegen, denn in die Berechnung von MCC ließ Bressler nur die Toten infolge von Hitze einfließen. Klimafolgen wie Extremwetterereignisse oder klimabedingte Kriege sind in der Rechnung nicht enthalten.

https://www.nature.com/articles/s41467-021-24487-w

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