Klimaziele: Deutschland vor Scheitern

vom 23.07.2025

Deutschland droht seine Klimaziele für 2040 zu verfehlen. Klimaneutralität ab 2045 wird mit den bisherigen Maßnahmen nicht erreicht. Das geht aus dem Klimaschutzbericht Deutschland 2025 der Bundesregierung hervor. Der ist zwar noch nicht offiziell vorgestellt, liegt aber dem Nachrichtenportal Politico vor. 

Demnach sind die bisher beschlossenen Klimaschutzmaßnahmen für das Erreichen der Ziele bis 2040 und 2045 „nicht ausreichend“. Maßgeblich verantwortlich dafür sich die Sektoren Gebäude und Verkehr, die jeweils auch in den kommenden Jahren bis 2030 die Ziele zur Treibhausgasminderung verfehlen.

In beiden Sektoren reichen die Maßnahmen nicht aus, langfristig und nachhaltig die Emissionen zuverlässig zu senken. Beide sind jedoch die wichtigsten Baustellen beim Klimaschutz in Deutschland.

Laut dem Klimaschutzbericht sei der „wirksamste Ansatzpunkt“ für eine deutliche Minderung, möglichst schnell Verbrenner- durch Elektroantriebe zu ersetzen. Bei Gebäuden gehen die Berichtautoren bei der Projektion bis 2045 davon aus, dass mehr als 11 Millionen Gebäude durch Wärmepumpen und 3,5 Millionen über Wärmenetze versorgt würden. Die Entwicklung sei hier aber „zu langsam, um die Ziele für 2030 oder 2045 rechtzeitig zu erreichen“.

Schon die Ziele bis 2030 sind laut Klimaschutzbericht nur erreichbar, wenn umgesetzt wird, was beschlossen ist. Aufweichungen der Maßnahmen gefährden demnach die Ziele für 2030.

Bereits im März hatte das Umweltbundesamt gewarnt: „Es bestätigt und verschärft sich hingegen, dass Deutschland seine Ziele zur EU-Klimaschutzverordnung (Effort Sharing Regulation, ESR) zwischen 2021 und 2030 deutlich zu verfehlen droht“. ESR beziffert in der EU für jedes Land einzeln, wie stark dessen Treibhausgasemissionen von 2021 bis 2030 im Vergleich zu 2005 sinken müssen. Für Deutschland sind das 50 Prozent.

Auch der Klimaschutzbericht warnt: Bereits im Zeitraum von 2021 bis 2030 würden die „in der europäischen Lastenteilung für Deutschland festgelegten Zuweisungen“ teils deutlich überschritten. Es klafft laut UBA absehbar eine Lücke bis 2030 von 226 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten. „Dies liegt vor allem an den unzureichenden Fortschritten in den Sektoren Verkehr und Gebäude“. Das UBA mahnt eine „schnelle Nachsteuerung“ an, sonst drohten „sprunghaft ansteigende CO2-Preise sowie hohe Strafzahlungen an andere EU-Staaten“. 

Deutschland steht vor einem Scheitern bei den Klimazielen.