Kraftwerksstrategie: Öffentliche Konsultation gestartet

vom 11.09.2024

Der Bund hat die öffentliche Konsultation über die länger schon angekündigte Kraftwerksstrategie gestartet. Dazu liegen Eckpunkte zu einem angestrebten, in Ausarbeitung befindlichen Gesetzentwurf, dem sogenannten Kraftwerkssicherheitsgesetz, aus dem Bundeswirtschaftsministerium vor. In den nächsten sechs Wochen haben die einschlägigen Akteure nun die Möglichkeit, ihre Einschätzungen und Vorschläge zu den Eckpunkten abzugeben.

Wie das BMWK verlauten ließ, sei das Vorhaben mit den entsprechenden Gremien der Europäischen Kommission abgestimmt. Es sei ein erster Schritt im Vorgriff auf einen umfassenden Kapazitätsmechanismus. Denn damit sollen nun insgesamt 12,5 Gigawatt Kraftwerks- und 500 Megawatt Langzeitspeicherkapazität ausgeschrieben werden. 

Dabei sollen zunächst fünf Gigawatt an neuen wasserstofffähigen Gaskraftwerken und zwei Gigawatt an umfassenden wasserstofffähigen Modernisierungen ausgeschrieben werden; diese Kraftwerke sollen „als Beitrag zur schnellen Dekarbonisierung des Kraftwerksparks“ ab dem achten Jahr auf grünen oder blauen Wasserstoff umstellen müssen. Zudem sollen 500 Megawatt an reinen Wasserstoffkraftwerken (sogenannte Wasserstoffsprinter) und 500 Megawatt Langzeitspeicher dazukommen.

Bei diesen Kraftwerken werden Investitionskosten und ab dem Umstieg auf Wasserstoff für 800 Vollbenutzungsstunden im Jahr die Differenzkosten zwischen Wasserstoff und Erdgas gefördert.

In einem zweiten Schritt sollen dann weiter fünf Gigawatt neue Gaskraftwerke ausgeschrieben werden, die insbesondere in Dunkelflauten einen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten. Diese stellten quasi eine „Brücke“ in einen umfassenden, technologieoffenen Kapazitätsmechanismus dar, der nach dem Willen des Bundes ab 2028 operativ sein soll.

Die Kraftwerke sollen jeweils überwiegend im „netztechnischen Süden“ Deutschlands zugebaut werden, um Redispatchkosten zu senken und zur Netzstabilität beizutragen.

Laut Bundeswirtschafts- und -klimaschutzminister Robert Habeck bringe das Kraftwerkssicherheitsgesetz „jetzt 3-mal Schwung im Kraftwerksbereich. Erstens wird die Modernisierung hin zu einem dekarbonisierten Kraftwerkspark angestoßen, weil wir für einen Teil der Kraftwerke einen konkreten Wasserstoffumstiegspfad vereinbart haben. Zweitens wird die Entwicklung der neuen Wasserstoff-Kraftwerkstechnologie gefördert und ein wichtiges Abnahmesignal für den Wasserstoffhochlauf gesendet und drittens wird der Kohleausstieg durch den Zubau neuer Kraftwerke und damit auch die Versorgungssicherheit zusätzlich abgesichert.“ 

Weitere Details zu den Eckpunkten gibt es auf der BMWK-Webseite