LNG-Terminals: Realisierung dank Bundesmitteln?

vom 30.01.2022

Die Erdgasspeicher nicht nur in Deutschland sind auf historisch niedrige Füllstände gefallen. Grund dafür ist die Verknappung durch deutlich gedrosselte Lieferungen von Seiten der russischen Gazprom. Diese politisch getriebene Entscheidung des Gaskonzerns hat Europa und speziell Deutschland bewusst gemacht, wie abhängig der Kontinent von Lieferungen aus dem Osten ist. Für Abhilfe könnte verflüssigtes Erdgas sorgen, das mit Tankern nach Europa kommt. Allein: Deutschland verfügt im Gegensatz zu anderen Staaten über keine LNG-Terminals. Entsprechende Projekte in Stade und Brundsbüttel lagen zuletzt faktisch auf Eis. Hier will die Bundesregierung nun für Abhilfe sorgen. Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck machte vergangene Woche deutlich, dass der Bund den Bau der geplanten Terminals  finanziell unterstützen könnte.

Im Bundestag sagte der Minister, Deutschland brauche „eine höhere Unabhängigkeit von einem Lieferanten; wir werden also den Gaseinkauf diversifizieren und auch eigene Infrastrukturen dafür schaffen müssen“. Die projektierten LNG-Terminals in Brunsbüttel und Stade seien bisher nicht privat finanzierbar. „Dieser Frage werden wir uns jetzt energisch zuwenden“.

Einer der Projektierer, die Hanseatic Energy Hub GmbH (HEH), kritisierte im energate messenger, dass Deutschland versäumt habe, seine Gasquellen zu diversifizieren. Das Land habe damit den Anschluss an den weltweiten Gasmarkt verpasst, der in den letzten Jahrzehnten mit dem LNG-Handel gewachsen sei. Auch Claudia Kemfert vom DIW sieht das ähnlich: Ihr zufolge habe Deutschland es schon vor über 15 Jahren versäumt, „einen eigenen Flüssiggasterminal zu bauen, um Flüssiggas aus anderen Quellen als aus Russland zu importieren“.

Der deutsche Gasverbrauch ist deutlich niedriger