Als die letzte Bundesregierung das Ziel von einer Million Elektroautos in 2020 zu verfehlen drohte, kassierte sie das Ziel einfach kurzerhand und verlagerte die Problematik auf die Nachfolgeregierung. Dieser droht nun erneut ein Scheitern: Denn die aktuelle Wachstumsrate von E-Autozulassungen ist zu niedrig, um das Ziel von 15 Millionen E-Autos im Jahr 2030 zu erreichen.
Den Finger in die Wunde legt die deutsche Energie-Agentur (dena) in ihrem Monitoringbericht 2023. Bliebe die Wachstumsrate auf dem jetzigen Niveau stabil, werde in sechs Jahren ein E-Auto-Bestand von rund sieben Millionen erreicht.
Laut der dena lag die durchschnittliche Wachstumsrate von E-Autozulassungen 2023 bei 11 Prozent. Damit das Ziel der Bundesregierung erreicht werden könne, müsse die Wachstumsrate wieder auf über 32 Prozent (wie im Jahr 2022) steigen.
Der Monitoringbericht wirft auch einen Blick auf die Ladeinfrastruktur. Diese sei 2023 erstmals schneller gewachsen als der Absatz von E-Fahrzeugen und Plug-in-Hybriden. Das Verhältnis von neu zugelassenen E-Autos zu öffentlich zugänglichen Ladepunkten sei von Januar bis Oktober 2023 auf 21 Autos pro Ladepunkt (zuvor: 22) gesunken.
Bei der verfügbaren Ladeleistung der öffentlich zugänglichen Ladeinfrastruktur in Deutschland sei im Vergleich zu den Vorjahren zumindest ein relativ stärkerer Zuwachs zu verzeichnen. Während die verfügbare Ladeleistung Ende 2022 bei 2,63 Gigawatt gelegen habe, habe sie zum Ende des dritten Quartals 2023 3,78 Gigawatt betragen – ein Zuwachs von rund 44 Prozent.