Nationaler CO2-Preis: Markt bleibt extrem angespannt

vom 04.09.2026

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Der nationale Emissionshandel wird weiterhin von einem extremen Zertifikate-Mangel geprägt. Weiterhin rangieren Auktionen am oberen Ende des Preiskorridors von 65 Euro je nEZ. Zugleich ist der Markt in die zweite Auktionsphase übergegangen.

Das heißt, dass die zusätzliche Zuteilung nach der 65-Euro-Regel entfällt. Damit steht je Auktion nur noch die einfache Terminmenge bereit. Die Zuteilungsrate ist dadurch auf rund zwei Prozent gefallen. Die Unzufriedenheit unter den Marktteilnehmern ist entsprechend groß.

Am Sekundärmarkt spiegelt sich die Knappheit zunehmend in den Preisstellungen wider. Aktuell werden für nEZ 2025 rund 57 Euro je Tonne CO2-Äquivalent registriert. Für nEZ 2026 liegen indikative Sekundärmarktpreise während der laufenden Primärmarktauktionen bei rund 67,50 Euro je Tonne CO2-Äquivalent. Damit nähert sich der Sekundärmarkt weiter dem ab November relevanten Überschussmengenpreis von 68 Euro je Tonne CO2-Äquivalent.

Im August wurden vom Bund wichtige regulatorische Weichen gestellt. Das Bundeskabinett hat den Entwurf einer BEHG-Novelle beschlossen. Danach soll der Preiskorridor von 55 bis 65 Euro für 2027 fortgeführt werden. Die übrigen Preisparameter bleiben ebenfalls im erwarteten Rahmen: Nach vollständiger Versteigerung der Gesamtmenge sollen Überschussmengen zu 73 Euro erhältlich sein; ein begrenzter Nachkauf soll bis Ende August 2028 zu 75 Euro möglich bleiben.

Zertifikate sollen 2027 nur noch auf Compliance-Konten ausgeliefert werden. Zugleich soll die Gebotsobergrenze von 50 auf 20 Prozent der je Termin angebotenen Menge sinken. Damit reagiert der Entwurf auf die starke Überzeichnung der laufenden Auktionen und die damit verbundene Liquiditätsbindung.

Dies könnte für einige Akteure bedeuten, dass Beschaffungsmengen stärker über mehrere Termine verteilt werden müssen. Hinzu kommt die begrenzte zeitliche Gültigkeit: 2026er-Zertifikate können nicht für 2027 genutzt werden; 2027er-Zertifikate nicht für Verpflichtungen ab 2028. Jahrgangsgenaue Bestandssteuerung gewinnt damit weiter an Bedeutung.

Glas mit Aufschrift CO2 darin und daneben Euromünzen