Die Netzentgelte werden im kommenden Jahr deutlich sinken. Wie die vier Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) bekanntgaben, werden die Netzentgelte von aktuell 6,65 auf 2,86 Cent je Kilowattstunde sinken – ein Minus von im Schnitt 57 Prozent. Allerdings: Die ÜNB haben in die Berechnung 6,5 Milliarden Euro aus Bundesmitteln eingeplant.
Der Bundeszuschuss wurde von der Bundesregierung beschlossen, noch ist das zugrundeliegende Gesetz aber nicht verabschiedet. Sollte das bis zum 5. Dezember nicht erfolgen, fallen die Netzentgelte dementsprechend höher aus. Der Bundeszuschuss soll aus dem Klima- und Transformationsfonds finanziert werden und über den Paragrafen 24c des Energiewirtschaftsgesetzes perpetuiert werden. Die erste Lesung im Bundestag soll noch in dieser Woche erfolgen.
Damit sinken die Netzentgelte auf der Höchst- und Umspannungsebene erstmals seit 2023 wieder. Zwar hat Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche Bundeszuschüsse in Höhe von insgesamt 26 Milliarden Euro avisiert. Doch verweist der Gesetzesentwurf erst einmal nur auf das nächste Jahr.
Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe kritisierten den Vorstoß daher als nicht ausreichend. Sie forderten stattdessen eine dauerhafte Lösung zur Senkung der Energiekosten. So sagte etwa der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Chemischen Industrie, Wolfgang Große Entrup, im Gespräch mit energate, es brauche „[a]uch nach 2026 […] Gewissheit, dass die Netzentgelte nicht plötzlich wieder steigen“.