Netzpaket: BMWE weiß nicht, wie hoch Einsparung ausfällt

vom 06.11.2026

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Das federführend vom BMWE entworfene „Netzpaket“ soll vor allem die Kosten für die Stromversorgung dämpfen. Das Ministerium kann indes nicht beziffern, welchen finanziellen Effekt der als zentrale Maßnahme vorgesehene Redispatch-Vorbehalt haben wird.

Das geht aus der Antwort von Wirtschaftsstaatssekretär Frank Wetzel auf eine schriftlich eingereichte Frage des Bundestagsabgeordneten Michael Kellner hervor.

Wie Staatssekretär Frank Wetzel formuliert, hänge es von verschiedenen Faktoren ab, wie viel genau eingespart werden könne. Unter anderem sei wichtig, wie viele Anlagenbetreiber die Möglichkeit ergriffen, Projekte trotz eines Redispatch-Vorbehalts zu errichten.

Insgesamt sei von dem geplanten Instrument aber in jedem Fall „eine Senkung der Systemkosten im Stromsystem zu erwarten“.

Kostensenkungen auf der Netzebene stehen auch im Fokus einer Studie: Agora Energiewende hat in Kooperation mit der Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE) herausgearbeitet, dass von den bis 2045 von Verteilnetzbetreibern vorgesehenen rund 250 Milliarden Euro Investitionen fast ein Viertel eingespart werden kann. Die Studienautoren haben detailliert ausgewertet, welche Fortschritte beim Stromnetzausbau wie viel Geld einsparen würden. Das Ergebnis: Rund 66 Milliarden Euro könnten eingespart werden.

Auch die EU hat die Netzkosten im Auge und will Einfluss über das EU-Netzpaket nehmen. Bis 2024 stehen dort Investitionen von 1,2 Billionen Euro an, rund 730 Milliarden Euro davon für die Verteilnetze. Das EU-Netzpaket soll den Umbau der Stromnetze beschleunigen.

Bisher entwickeln die europäischen Verbände der Netzbetreiber die Szenarien für ihre Netzpläne selbst. Künftig soll die EU-Kommission ein zentrales Szenario vorgeben. Daraus sollen die europäischen Verbände der Übertragungs- und der Wasserstoffnetzbetreiber den Ausbaubedarf ableiten.

Mit besser verknüpften Strommärkten ließen sich jährlich bis zu 40 Milliarden Euro sparen. Acht Netzvorhaben sollen Vorrang bekommen, darunter die Energieinsel Bornholm zwischen Dänemark und Deutschland.