Ökogas-Lüge?: Correctiv-Recherche schlägt hohe Wellen

vom 19.04.2024

Energieversorger sollen ihre Kunden mit dem Versprechen, klimafreundliches Erdgas anzubieten, getäuscht haben. Das ist das Fazit und die große Ankündigung, die das Recherchenetzwerk Correctiv mit dem neuesten Beitrag „Die Ökogas-Lüge“ verbindet.

Danach sei das Versprechen, mit einem Teil der Einnahmen Projekte zu fördern, die das klimaschädliche CO2 einsparen, nicht eingehalten worden. Denn eine deutschlandweite Untersuchung von Correctiv.Lokal zeigt, dass dieser versprochene Ausgleich nicht immer eingehalten wird. So wiesen etwa viele der Projekte deutlich zu hohe Emissionseinsparungen aus.

Bundesweit hat Correctiv.Lokal gemeinsam mit Wissenschaftlern verschiedener Institutionen gut 16 Millionen CO2-Gutschriften ausgewertet. Davon stammen rund 63 Prozent aus Projekten, die als „nicht zur Kompensation geeignet“ bewertet werden. Bei etlichen Maßnahmen gehen die Wissenschaftler davon aus, dass weniger CO2 eingespart wurde als angegeben; andere fördern sogar gezielt den Einsatz fossiler Energien oder unterstützen Aufforstung an ökologisch ungeeigneten Standorten.

Einige EVU haben auf die Recherche bereits reagiert. So haben erste Unternehmen die Werbung für ihre Produkte eingestellt.

Zusätzlichen Druck auf die EVU übt die Deutsche Umwelthilfe aus, die die Recherche unterstützt hatte. Stichprobenartig wählte sie 15 Unternehmen aus, die ihre Produkte als „klimaneutral“ oder ähnlich bewerben und dies mit der Förderung von Kompensationsprojekten begründen. Die EVU, darunter die Stadtwerke aus Aschaffenburg, Landshut, Neu-Isenburg, Fürstenfeldbruck, Greifswald, Bochum, Oberursel und Eon Energie sowie Lekker Energie sollen jetzt eine Unterlassungserklärung unterzeichnen. 

Die BNetzA erwartet guten Zuspruch zur nächsten Biomasse-Ausschreibung.