Offshore-Auktionserlöse treiben Strompreise

vom 05.08.2023

Ein wenig erinnerte es an die Goldgräberstimmung während der UMTS-Lizensauktion: Um 12,6 Milliarden reicher hat die Auktion von Offshore-Ausbaugebieten den Bund gemacht. Das Geld soll zum größten Teil in die Senkung der Strompreise fleißen. Doch dieser Effekt könnte sich als nicht sehr nachhaltig heraustellen.

Denn wie das „Handelsblatt“ berichtet, könnte der Effekt für die Kundinnen und Kunden der Windparkbetreiber eher kontraproduktiv sein. Denn sie werden es letztlich sein, die die hohen Ausgaben über die Strompreise wieder erwirtschaften helfen müssen. So sagte etwa Dominik Hübler von Nera Economic Consulting dem „Handelsblatt“, seiner Einschätzung nach dürfte der einzelne Kunde aus der Industrie, „der mit einem der Betreiber der Windparks aus dieser Auktionsrunde einen Vertrag abschließt, […] mit deutlich höheren Strompreisen konfrontiert werden“. Das stehe „in krassem Widerspruch zum Bestreben der Bundesregierung, der Industrie Zugang zu günstigem Strom aus erneuerbaren Quellen zu ermöglichen“.

Konkret geht Hübler davon aus, dass die Megawattstunde Strom aus einem der Windparks zwischen 24 Euro und 31,50 Euro teurer wird. Dies ergebe sich durch die Aufteilung der Erlöse von 12,6 Milliarden Euro auf die Laufzeit von 20 Jahren. Gehe man von reinen Stromgestehungskosten zwischen 50 und 80 Euro aus, seien das „relevante Zusatzkosten“.