2023 wird wohl erneut ein gutes Jahr für die Photovoltaik: Weltweit wird vermutlich eine neue Leistung von rund 413 Gigawatt ans Netz gehen. Davon geht zumindest BloombergNEF im aktualisierten Ausblick auf den Photovoltaik-Markt für 2023 aus.
Sollten sich diese Prognosezahlen bestätigen, wäre das mit einem Wachstum von über 58 Prozent ein zweiter Zubaurekord in Folge. Bereits 2022 punktete mit einem Zubau von fast 42 Prozent. Das heißt zugleich, dass sich binnen dieser beiden Jahre die weltweit installierte PV-Leistung mehr als verdoppelt hat (plus 125 Prozent).
Den größten Anteil am Zubau trägt auch diesmal wieder die Volksrepublik China. 240 Gigawatt PV-Leistung werden hier wohl bis Jahresende neu installiert sein. Das Land spielt beim Thema Photovoltaik eine Doppelrolle: Einmal als führende Zubaunation, aber auch als der Staat mit der größten Ausweitung der Produktionskapazitäten. Nicht zuletzt dies hat den Preis für Solarmodule in Richtung von 10 US-Dollarcent pro Watt getrieben.
Indes bleibt der PV-Markt eher schwierig, wie Jenny Chase, Solaranalystin bei BloombergNEF, hinweist: Die Gewinnspannen der Hersteller stünden trotz der beträchtlichen Ausweitung der Produktionskapazitäten unter starkem Druck, da die Modulmontagelinien nur mit einer Auslastung von 60 Prozent arbeiteten.
Laut Clean Energy Associates (CEA) soll in der Volksrepublik China bis Ende 2024 jährlich eine neue Produktionskapazität von einem Terawatt entstehen. Aktuell schon verfügt das Land über eine Kapazität von 800 Gigawatt. Erst im Winter 2022 hatte die weltweit installierte PV-Kapazität die Marke von einem Terawatt überschritten. Sollte das angeschlagene Tempo bei der neuinstallierten Leistung anhalten, werde im kommenden Jahr das zweite Terawatt erreicht.
Auch Deutschland kann wohl 2023 beeindruckende PV-Zubauzahlen melden. Denn der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) rechnet mit einem PV-Zubau von bis zu 14 Gigawatt. Die Marke von zehn Gigawatt wurde bereits innerhalb der ersten drei Quartale 2023 erreicht. Im Vergleich zum Vorjahr sei die Nachfrage nach Solaranlagen um 70 bis 80 Prozent gewachsen. Sollte sich die BSW-Prognose bestätigen, wäre das ein fast doppelt so hoher Zubau wie 2022 (7,5 Gigawatt).
Besonders stark gestiegen sei die Nachfrage nach PV-Anlagen für Eigenheimer. Hier geht der Solarverband von einem Zuwachs von 135 Prozent aus. Bundesweit machen Installationen auf Dächern privater Hausbesitzer mehr als 50 Prozent des PV-Zubaus aus. Laut dem Marktstammdatenregister wurden im laufenden Jahr gut 930.000 neue Solaranlagen installiert. Insgesamt sind damit in Deutschland rund 3,66 Millionen PV-Anlagen in Betrieb.
So erfreulich diese Zahlen sind, macht doch der Vorsitzende des LEE NRW, Hans-Josef Vogel, auf einen Wermutstropfen aufmerksam: Freiflächen-Anlagen. „Der Solarausbau konzentriert sich weitestgehend auf Privat- und Gewerbedächer, das große Potenzial von Freiflächenanlagen wird kaum genutzt.“