Pipeline: Beschädigung wohl durch Anker

vom 27.10.2023

Die Erdgaspipeline Balticconnector, die Erdgas zwischen Finnland und Estland (und umgekehrt) transportiert, wurde vermutlich durch den Anker eines unter der Flagge Hong Kongs fahrenden Containerschiffs beschädigt. Finnische Ermittler gehen davon aus, dass das Frachtschiff Newnew Polar Bear verantwortlich für die Beschädigungen sei; das Schiff habe die Pipeline mit dem Anker beschädigt.

Wie Risto Lohi von der ermittelnden finnischen Kriminalpolizei auf einer Pressekonferenz sagte, sei am Meeresboden eine anderthalb bis vier Meter breite Schleppspur zu sehen, die zur Schadensstelle an der Gasleitung führe. Finnische Behörden konnten nach eigenen Angaben mittlerweile auch einen sechs Tonnen schweren Anker bergen.

Die Newnew Polar Bear war zum fraglichen Zeitpunkt genau an der Stelle, an der die Pipeline brach – und dem Schiff fehlt nun offenbar ein Anker: Fotos zeigen den Frachter in einem russischen Hafen, es ist nur noch auf der rechten Seite ein Anker erkennbar.

Das Containerschiff gehört der Reederei Yangpu Newnew Shipping und ist auf den Handel mit Russland spezialisiert. Seit Sommer 2023 befährt es als regelmäßige Route die für Russland strategisch wichtige Nordostpassage.

Lange war der Verdacht kolportiert worden, es handle sich wie bei den Schäden an Balticconnector wie bei den NordStream-Pipelines um Sabotage. Am Vortag hatte Moskau den Verdacht zurückgewiesen, in die Beschädigung der Pipeline verwickelt zu sein.

Auch in Estland laufen Ermittlungen zu den Vorfällen. Der Nachrichtenagentur Reuters sagten estnische Ermittler, dass neben der Newnew Polar Bear auch die russische Sevmorput in der fraglichen Region gewesen sein soll. Dessen Betreiber, die staatliche Rosatom, stritt gegenüber Reuters eine Beteiligung ab.

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