PV & Solarthermie: Bundesweite Pflicht in Neubauten?

vom 04.06.2021

Baden-Würrtemberg war der/die Vorreiter:in, Hamburg folgte bald darauf: Die Rede ist von der Forderung, dass Bauherr:innen einen Anteil Solarenergie in ihre Bauprojekte integrieren müssen. Offenbar will sich der Bund hieran ein Beispiel nehmen: Der vertrauliche Entwurf eines „Klimaschutz-Sofortprogramms 2022“ enthält eine Verpflichtung zur Installation von PV- oder Solarthermie-Modulen, sofern ein Neubau geplant wird bzw. „größere Dachsanierungen“ vorgenommen werden. Darüber berichtet das Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL.

Parallel dazu sind demnach auch Änderungen bei den Anforderungen an die Hausdämmung geplant: Neubauten müssen danach ab 2023 den Energiestandard EH-55 verpflichtend erfüllen. Bisher war dieser Standard Bauherr:innen freigestellt. Ein Jahr später sollen dann sogar die Vorgaben für den EH-40-Standard verschärft werden.

Parallel will die Bundesregierung in diesem Zuge auch die Ausbauzahlen für erneuerbare Energien erhöhen. So sollen diese bei Photovoltaik bis 2030 auf 150 Gigawatt steigen (+50 Prozent), bei Wind onshore auf 95 Gigawatt (+33,8 Prozent). Insgesamt acht Milliarden Euro zusätzlich sollen zudem Maßnahmen fördern, die dem Klimaschutz zugute kommen. Darunter fällt unter anderem die Förderung der Dekarbonisierung von energieintensiven Industriebetrieben. Die Gebäudesanierung soll mit zusätzlich 2,5 Milliarden Euro angekurbelt, die bestehende Umweltprämie für den E-Auto-Kauf um 1,8 Milliarden Euro aufgestockt werden.