Speicher: Bund protegiert Gas- vor Batteriespeichern

vom 23.10.2025

Die Bundesregierung zieht Gas- den Großbatteriespeichern deutlich vor. So ist im Entwurf der EnWG-Novelle unter dem Begriff „Energiespeicher“ ausschließlich von Gasspeichern die Rede. Künftig sollen deren Kosten nicht nur von Gaskunden, sondern über Steuerzuschüsse von allen Steuerzahlern getragen werden.

Laut dem Gesetzentwurf der Bundesregierung sind nur Gasspeicher als Energiespeicher definiert. Doch dieser ausschließliche Fokus auf fossile Energie hat einen bedeutenden, aktuell immer manifester werdenden Nachteil. Denn die Marktsituation für die größten Erdgasspeicher, d.h. Porenspeicher, hat sich gerade im Komplex mit den immer weiter ausgeweiteten LNG-Lieferungen deutlich erschwert. 

Ein Beispiel ist der von Uniper betriebene Gasspeicher Breitbrunn am Chiemsee. Uniper hat bei der Bundesnetzagentur die Stilllegung des maximal 992 Millionen Kubikmeter Erdgas fassenden Speichers beantragt. Von Uniper gibt es Andeutungen, dass bei einer Ablehnung eine Insolvenz der Betriebsgesellschaft in Kauf genommen wird. 

Eine Lösung könnte, analog zu Frankreich, eine Betriebskostenumlage sein. Bedenkt man das Bestreben der Bundesregierung, die Gaskunden zu entlasten, ginge diese wohl ebenfalls auf das Konto aller Steuerzahler. 

Erschwerend kommt die Lage rund um den im BEHG festgelegten CO2-Preis hinzu. Die damit verbundene nationale Regelung läuft Ende des Jahres aus. Für 2026 ist bezüglich der Kosten ein Korridor zwischen 55 und 65 Euro je Tonne CO2 vorgesehen. Ab 2027 übernimmt dann das EU-Emissionshandelssystem ETS 2. Der Preis wird dann absehhbar deutlich anziehen.

Branchenverbände wie der Bundesverband Energiespeicher Systeme (BVES) sehen in der Fixierung auf Erdgas eine Verengung der Flexibilitäten im Stromnetz. Der BVES sieht deshalb Anpassungsbedarf bei der EnWG-Novelle, um den Hochlauf notwendiger Flexibilitäten etwa durch Großbatteriespeicher zu ermöglichen.

Bereits bei der Sachverständigenanhörung zum Gesetzentwurf im Bundestag hatte der Verband darauf verwiesen, dass Batteriespeicher nicht nur ein Flexibilisierungswerkzeug seien, sondern nachgerade Grundvoraussetzung für ein versorgungssicheres und kosteneffizientes Energiesystem. Sie nähmen Erzeugungsspitzen auf, stellten bei anziehendem Bedarf schnell Energie bereit, stabilisierten so die Preise und senkten zudem Redispatchkosten.

Die Branche plant laut dem BVES, in den kommenden zehn Jahren über 200 Milliarden Euro in Energiespeicher für die Systemstabilität zu investieren. Doch gebe es leider viele Hürden, die teilweise in der Politik, teilweise aber auch bei den Verteilnetzbetreibern lägen. 

Am 13. November beleuchtet die ASEW das Thema Batteriespeicher näher: Im Web-Seminar „Großbatteriespeicher: Projektumsetzung & Austausch“ gibt der langjährige Betreiber von Speichersystemen VERBUND Einblick in den Status Quo von Großbatteriespeichern in Deutschland. Am 27. November folgt mit „Großbatteriespeicher: Planung & Geschäftsmodelle“ ein Web-Seminar, in dem wir zeigen, mit welchen Batteriespeichertypen sich am besten Geld verdienen lässt, welche Geschäftsmodelle und -kombinationen lohnenswert sind und wie man Projekte erfolgreich umsetzt.