Deutschland will seinen Bezug von Erdgas im Kontext des Krieges in der Ukraine schnell diversifizieren. Dazu gehört auch der Bau mehrerer LNG-Terminals. Einer davon soll in Stade entstehen. Das entsprechende Projekt hat nun einen namhaften Partner gefunden: Dow Chemical. Wie das künftige Betreiberkonsortium Hanseatic Energy Hub (HEH) mitteilte, werde der US-Chemieriese Minderheitsgesellschafter des Projekts. Selbiges soll auf einem Teil des Dow-Betriebsgeländes verwirklicht werden.
Über die genaue Höhe der Gesellschaftsanteile vereinbarten beiden Seiten Stillschweigen. Dem Konsortium gehören neben Dow Chemical der Gasinfrastrukturbetreiber Fluxys aus Belgien, die Schweizer Partners Group sowie die hanseatische Buss-Gruppe an. HEH reichte am Montag der Karwoche auch den Genehmigungsantrag bei den Behörden ein.
Das geplante LNG-Terminal soll bis 2026 einsatzbereit sein. Es soll eine Regasifizierungskapazität von 13,3 Milliarden Kubikmeter pro Jahr aufweisen. Auch der spätere Import klimaneutraler Energieträger, etwa Ammoniak, ist angedacht.
Unterdessen hat die Bundesregierung ihren Willen bekräftigt, so schnell wie möglich eigene LNG-Importkapazitäten zu schaffen. Dafür stellt der Bund knapp 2,5 Milliarden Euro bereit, um vier schwimmende Flüssiggas-Terminals anzumieten. Das geht aus einem Brief des Bundesfinanzministeriums hervor. Das Geld wurde freigegeben, ohne den Haushaltsausschuss einzubeziehen. Die Entscheidung sei „höchst eilbedürftig“ gewesen. Dem Vernehmen nach wurden an Gründonnerstag sogar bereits erste Charter-Verträge unterschrieben.