Stadtwerke Kerpen: Weitreichende Pläne für Konversion des Reviers

vom 26.08.2021

Die Stadtwerke Kerpen setzen Akzente für den Umbau der Region zu einer ebenso nachhaltigen wie innovativen Energie- und Mobilitätslandschaft. Kern dieser Bemühungen ist das Projekt „SpeicherStadtKerpen“, an dem neben den Stadtwerken unter anderem die Stadt Kerpen, Siemens Energy und Westenergie beteiligt sind.

Die Pläne des Projektkonsortiums sind durchaus ambitioniert: Nicht weniger als die Verschränkung der zentralen Sektoren Energie, Mobilität, Logistik, Industrie und Wohnen ist das Ziel. Im Kern geht es dabei insbesondere um den kontinuierlichen Auf- und Ausbau einer emissionsarmen, nachhaltigen und intelligenten Energieversorgung, -übertragung und -speicherung, die moderne und nachhaltige Stadtentwicklungs-, Mobilitäts-, Logistik- und Industrielösungen in der Region ermöglichen soll.

Das Projekt ist Teil der vom Land Nordrhein Westfalen gestarteten Zukunftsinitiative „Energielandschaft Rheinisches Revier“. Auch deshalb überzeugte sich jetzt der nordrhein-westfälische Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart über die ersten Schritte des 2020 angelaufenen Projekts.

Minister auf Stippvisite: Prof. Dr. Andreas Pinkwart überzeugt sich vom erfolgreichen Voranschreiten des Projekts SpeicherStadtKerpen [von links nach rechts: Dieter Spürck (Bürgermeister der Kolpingstadt Kerpen), Dr. Albrecht Möllmann (Vorstandsvorsitzender HyCologne), Sophie Kreutner (Stabsstelle Strukturwandel Kerpen), Dr. Jochen Eickholt (Vorstand Siemens Energy), Katherina Reiche (Vorstandsvorsitzende Westenergie), Walter Reinarz (Geschäftsführer REVG), Prof. Dr. Andreas Pinkwart (Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen), Michael Kreusch (Geschäftsführer der Stadtwerke Kerpen)]

Hier konnten unter anderem die Stadtwerke Kerpen zeigen, wie die Zukunft des gesamten rheinischen Reviers aussehen könnte. Die Stadtwerke konzipieren aktuell in einem Gewerbegebiet gemeinsam mit den beiden Ankerpartnern Siemens Energy und Westenergie einen Elektrolyseur, der mittels von den Stadtwerken bereitgestellter Energie aus erneuerbarer Erzeugung grünen Wasserstoff produzieren soll. Fertiggestellt wird die Anlage hierfür eine eindrucksvolle Leistung von 17,5 Megawatt bereitstellen. Über eine angeschlossene Wasserstofftankstelle kann der produzierte Wasserstoff direkt für die nachhaltige und saubere Mobilität in der Region genutzt werden. „Die Voraussetzungen dafür direkt vor Ort könnten besser kaum sein“, ist Stadtwerke-Geschäftsführer Michael Kreusch überzeugt. „Denn im Gewerbegebiet finden sich 22 Unternehmen, die der Logistikbranche zuzurechnen sind. Hier liegen bereits erste Zusagen für den Aufbau wasserstoffbasierter Fuhrparks vor.“

Zusätzlich zur Wasserstofftankstelle findet sich hier auch eine Abfüllanlage für den produzierten Wasserstoff. Das ermöglicht bereits jetzt den Transport des wichtigen Rohstoffs. Denn neben Mobilitätsanwendungen ist dieser auch wichtiger Baustein für zahlreiche Industrieanwendungen.

Die Pläne der Stadtwerke und der weiteren Konsortialpartner sind damit noch nicht erschöpft. Denn „think big“ ist das Motto nicht nur von Michael Kreusch: „Wir wollen langfristig einen Beitrag zum Umbau des rheinischen Reviers leisten, in dem derzeit noch der Braunkohleabbau und die Braunkohleverstromung eine tragende Säule der Wirtschaftsstruktur sind. Die Tage der Kohlenutzung in Deutschland sind jedoch seit dem Beschluss zum Kohleausstieg gezählt. Hier knüpfen wir mit unserem zukunftsträchtigen Konversionsvorhaben an: Dem Mobilitätshafen Kerpen.“

Hinter diesem Begriff verbirgt sich ein zentraler Verkehrsknoten, der nicht nur den Verkehr der Region mit Wasserstoff antreiben soll. Am gut frequentierten Autobahnkreuz A61/A4 fließen Logistikströme aus gleich drei Staaten zusammen. „Gerade für den wichtigen und immer weiter wachsenden LKW-Verkehr auf der Achse Niederlande-Belgien-Köln kann unsere Vision einen zentralen Beitrag leisten, dass Mobilität und Logistik hier immer nachhaltiger ausgestaltet wird. Das mag sich für viele noch wie Zukunftsmusik anhören. Aber haben wir das nicht lange auch über Elektroautos gedacht?“

Das Wasserstoffkernnetz nimmt Reservierungen entgegen.