Stadtwerke: Milliardenschwere Finanzierungslücke

vom 11.11.2025

Stadtwerke und Regionalversorger in Deutschland müssen bis 2045 rund 535 Milliarden Euro in die Transformation zur Klimaneutralität investieren. Das Problem: Allein werden sie das nicht schaffen. Das geht aus einer Analyse der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC Deutschland für die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hervor. 

PwC beziffert die Finanzierungslücke auf 346 Milliarden Euro. Denn etwa ein Viertel der Mittel können die Stadtwerke selbst aufbringen, weitere zehn Prozent könnten öffentliche Mittel bereitstellen. Für die restlichen rund 65 Prozent fehlt bislang ein Finanzier.

Die Branche hält den errechneten Gesamtinvestitionsbedarf bis 2045 für plausibel. So sagte die Entega-Chefin Marie-Luise Wolff dem „Handelsblatt“, der Wert sei „realistisch und verdeutlicht die Dimension der Herausforderung“. Die Transformation der Energieversorgung sei eine Jahrhundertaufgabe.
 
PwC geht davon aus, dass die Unternehmen 47 Milliarden Euro Eigenkapital und 299 Milliarden Euro Fremdkapital zusätzlich benötigen. Im „Handelsblatt“ sagte Henry Otto, Leiter Energy Consulting bei PwC Deutschland, „[u]nsere Analyse zeigt, dass fast alle Unternehmen in den nächsten Jahren zusätzliches Eigenkapital und erheblich mehr Fremdkapital benötigen“. Neben klassischen Bankkrediten seien „neue Finanzierungsinstrumente, Partnerschaften und innovative Modelle“ nötig.

Ein erheblicher Teil der Investitionen entfällt auf die Wärmeversorgung. Der Gebäudesektor verursachte im vergangenen Jahr laut Umweltbundesamt CO2-Emissionen von rund 100 Millionen Tonnen. Die CO2-Gesamtemissionen in Deutschland lagen 2024 bei rund 650 Millionen Tonnen. Ziel ist es, bis 2045 die Netto-Treibhausgasneutralität zu erreichen.

Eine Umfrage des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) aus dem vergangenen Jahr bestätigt die Problemlage. Demnach können nur 30 Prozent der 162 Mitgliedsunternehmen ihre Investitionen aus eigener Kraft finanzieren. 53 Prozent der befragten Unternehmen setzen langfristig auf Bankdarlehen, 30 Prozent auf Kapitalerhöhungen durch Gesellschafter. Nur 27 Prozent sehen Chancen, ihr Eigenkapital mithilfe von neuen Investoren zu erhöhen. 

Die Preise der Grundversorgung sinken 2026.