Strommix: Grüner Anteil weiter mehr als die Hälfte

vom 29.07.2025

Erneuerbare Energien waren auch im ersten Halbjahr mit 54 Prozent des deutschen Stromverbrauchs die wichtigsten Energieträger. Allerdings lag der Anteil damit leicht unter dem entsprechenden Vorjahreswert von 57 Prozent.

Laut Zahlen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) erzeugten regenerative Anlagen in den ersten beiden Monaten des Jahres 63,5 Milliarden Kilowattstunden Strom. Das waren rund 16 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Ökostrom-Anteil sank damit auf 47 Prozent.

Dieser deutliche Rückgang habe witterungsbedingte Ursachen gehabt. Vor allem die Stromerzeugung aus Windenergie hatte unter den windschwachen Monaten Februar und März gelitten. Über den Sechs-Monats-Zeitraum betrachtet deckten Erneuerbare Energien indes dann doch wieder mehr als die Hälfte des Stromverbrauchs in Deutschland.

Insgesamt erzeugten Erneuerbare-Energien-Anlagen im ersten Halbjahr 141 Milliarden Kilowattstunden Strom – 5,4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum (149 Milliarden Kilowattstunden). Die Stromproduktion durch Windenergieanlagen auf See sank um 17 Prozent, die von Windenergie an Land um 18 Prozent.

Insgesamt wurden durch Windkraftanlagen im ersten Halbjahr 61 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt, gut 13 Milliarden Kilowattstunden weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Damit deckten Windkraftanlagen knapp 23,4 Prozent des deutschen Bruttostromverbrauchs.

Die seit Februar deutlich zu geringen Niederschläge sorgten auch bei der Wasserkraft für einen größeren Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Sie trug in den vergangenen Monaten mit 8,1 Milliarden Kilowattstunden (2024: 11,4 Milliarden Kilowattstunden) Strom zur Stromerzeugung bei. Das waren 29 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Damit liegt die Wasserkraft auf dem tiefsten Stand seit 20 Jahren. Unter anderem minderte fehlendes Schmelzwasser im Frühjahr das Potenzial der Wasserkraft.

Positiv fielen aber die zahlreichen Photovoltaikanlagen auf: Mit insgesamt gut 47 Milliarden Kilowattstunden produzierten sie deutlich mehr Strom als im Vorjahr. Im Juni 2025 stammten nach vorläufigen Berechnungen zum allerersten Mal innerhalb eines Monats mehr als zwölf Milliarden Kilowattstunden Strom aus Photovoltaikanlagen. Insgesamt legte die Stromerzeugung aus Photovoltaik nach den aktuellen Zahen um 23 Prozent zu. Jeder Monat im Jahr 2025 hatte bisher eine deutlich höhere PV-Erzeugung als der jeweilige Vorjahresmonat.

Netzengpässe behindern in immer größeren Umfang die Einspeisung erneuerbarer Energien.