Stromnetze: Tennet dringt auf Verkauf der deutschen Tochter

vom 02.08.2023

Nach wie vor drängt der niederländische Staat darauf, das Deutschland-Geschäft von Tennet an die Bundesregierung abzutreten. Wie Tennet-Finanzchefin Arina Freitag einräumte, sei der Netzausbau für die Energiewende im internationalen Maßstab mit der „Investitionsagenda von 111 Milliarden Euro“ ein zu großer Kraftakt, den besser „zwei starke nationale Übertragungsnetzbetreiber mit europäischer Ausrichtung“ angehen sollten. In den laufenden Gesprächen mit der Bundesregierung gehe es um einen Verkauf „zu akzeptablen Bedingungen“.

Die niederländische Regierung hatte Tennets finanziellen Spielraum jüngst mit einer Einlage von 1,6 Milliarden Euro und einem Kreditrahmen von 8 Milliarden Euro erweitert.

Tennet mahnt grundsätzlich eine engere internationale Zusammenarbeit an, „um zu einem robusteren europäischen Energiesystem zu gelangen“. Dafür sollen zuvorderst Offshore-Energieknotenpunkte und hybride Interkonnektoren sorgen. Mit dem britischen Partnerunternehmen National Grid Ventures Lion Link bauen die Niederländer im „Mehrzweck-Interkonnektor“ (MPI) die erste Verbindung zwischen den Niederlanden und Großbritannien. Über ihn läuft auch Strom aus einem noch zu errichtenden 2.000-Megawatt-Windpark vor der niederländischen Küste.

Die BNetzA hat den NEST-Prozess abgeschlossen.