Die von der BNetzA geplanten dynamischen Netzentgelte wirken sich bei Batteriespeichern ungünstig aus. Das ist das Ergebnis einer Studie von Neon Neue Energieökonomik im Auftrag der Netzbetreiber Eon und EWE Netz, des Batteriespeicherbetreibers Green Flexibility und des Vermarkters Enspired.
Im Zentrum der Studie steht die Frage, ob ein regional und zeitlich variables Netzentgelt den Redispatchbedarf im Verteilnetz senkt. Der Studie zufolge sei der volkswirtschaftliche Nutzen gering bis nicht vorhanden, unter „realistischen Annahmen“ sogar negativ.
Speicher verhielten sich bereits jetzt an allen drei Umspannwerken auch ohne dynamisches Preissignal überwiegend netzentlastend. Ihr marktgetriebener Einsatz fällt zufällig mit lokalen Engpässen zusammen. Das begrenze den Spielraum für Zusatznutzen von vornherein.
Selbst im Idealfall, bei einem kontinuierlichen Entgelt bei perfekter Voraussicht, steige der Systemnutzen nur um bis zu 4 Prozent. Dies liege daran, dass die Einsparungen beim Redispatch fast vollständig durch einen sinkenden Marktmehrwert der Speicher aufgezehrt werden.
Noch deutlicher wird die Grenze der Wirksamkeit bei praxisnäheren Varianten. Ein vereinfachtes, dreistufiges Entgelt senkt demnach den Systemnutzen am Umspannwerk von EWE Netz sogar. Das Problem: In diesem Fall wird nicht zwischen teurem und günstigem Redispatch unterschieden, die negativen Auswirkungen übersteigen die Positiveffekte.
Für Anselm Eicke, Partner bei Neon und Mitautor der Studie, ist daher klar: „Im Verteilnetz schadet das untersuchte dynamische Netzentgelt für Speicher mehr, als es nutzt.“ Zur Entlastung von Umspannwerken im Verteilnetz könne das Beratungsunternehmen ein am Vortag festgelegtes dynamisches Netzentgelt daher nicht empfehlen.