Das Sustainability Spotlight August hat erneut aktuelle Entwicklungen aus der Nachhaltigkeitsregulierung und Treibhausgasbilanzierung aufgegriffen. Im Mittelpunkt standen die Delegated Acts zu ESRS und VS, Neuigkeiten zum Lieferkettengesetz und zur Entgelttransparenz sowie Entwicklungen beim GHG Protocol und der Europäischen Zentralbank.
- Delegated Acts zu ESRS und VS: Die EU-Kommission hat die Delegated Acts am 3. Juli 2026 angenommen. Aktuell läuft noch die grundsätzlich zweimonatige Scrutiny Period, in der Parlament und Rat Einspruch einlegen können. Läuft alles nach Plan, könnte das Verfahren am 3. September abgeschlossen sein. Die deutsche Umsetzung der CSRD lässt dagegen weiter auf sich warten und wird frühestens nach der parlamentarischen Sommerpause fortgesetzt.
- Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG): Konkrete Änderungen gibt es weiterhin nicht. Laut Koalitionspapier soll das Gesetz jedoch noch im Herbst an die europäische CSDDD angepasst werden. Vorgesehen ist, künftig nur noch Unternehmen mit mindestens 5.000 Beschäftigten und mehr als 1,5 Milliarden Euro Nettoumsatz zu verpflichten. Gleichzeitig zeigt eine Antwort der Bundesregierung zur Personalausstattung des BAFA, dass von 101 vorgesehenen Stellen 14 weiterhin unbesetzt sind; tatsächlich arbeiteten nur 40 Mitarbeitende am LkSG, 43 waren vorübergehend anderen Aufgaben zugewiesen. Die Grünen werfen der Bundesregierung daher vor, das weiterhin geltende Lieferkettengesetz faktisch auszuhöhlen.
- Deutschland verpasst die Frist zur EU-Entgelttransparenzrichtlinie: Die Umsetzungsfrist ist am 7. Juni 2026 abgelaufen, ohne dass Deutschland die Richtlinie vollständig in nationales Recht übertragen hat. Der Entwurf eines neuen Entgelttransparenzgesetzes befindet sich weiterhin im Gesetzgebungsverfahren. Möglich sind nun ein Vertragsverletzungsverfahren und finanzielle Sanktionen. Unternehmen sollten sich dennoch bereits auf die kommenden Anforderungen vorbereiten. Erste Berichtspflichten werden voraussichtlich ab Juni 2028 greifen.
- GHG Protocol und ISO rücken zusammen: Das GHG Protocol und die ISO wollen ihre Standards zur Treibhausgasbilanzierung in einem gemeinsamen globalen Rahmenwerk zusammenführen. Ein erster Entwurf soll im zweiten Quartal 2027 veröffentlicht werden. Da beide Systeme bereits heute eng beieinanderliegen, dürfte die Harmonisierung in erster Linie die Verifizierung und Zertifizierung von Bilanzen erleichtern. Größere Auswirkungen auf die Bilanzierungspraxis sind eher durch die parallel laufenden Überarbeitungen der einzelnen GHG-Protocol-Standards zu erwarten.
- EZB erweitert den Klimafaktor: Ab Anfang 2027 berücksichtigt die Europäische Zentralbank Klimarisiken auch bei Unternehmenskrediten, die Banken als Sicherheiten hinterlegen. Kredite an besonders klima- oder transformationsgefährdete Unternehmen können dadurch geringer bewertet werden. Für Stadtwerke wird ein nachvollziehbarer Transformationspfad damit auch gegenüber Finanzierungspartnern zunehmend wichtiger.
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Das nächste Sustainability Spotlight findet am 2. September statt.