Der Kauf der deutschen Teile des niederländischen Stromnetzbetreibers Tennet durch den Bund ist gescheitert. Wie die deutsche Tennet-Tochter in einer Presseerklärung mitteilte, habe die Bundesregierung den Ausstieg aus den Verhandlungen mit Haushaltsproblemen begründet.
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck reagierte während seiner Asienreise. Er bedauere, dass es nicht gelungen sei, eine Lösung zu finden. Bei den Gesprächen ging es um die Übernahme der deutschen Netzaktivitäten des niederländsichen Tennet-Konzerns. Der Bund wollte dadurch größeren Einfluss auf die Stromnetze und deren Ausbau bekommen.
Laut dem „Handelsblatt“ werten Branchenkenner die gescheiterten Gespräche als Beleg für die Handlungsunfähigkeit der Bundesregierung. So urteilte ein Berater: „Der Bundeskanzler hat diese Transaktion bis gestern für sinnvoll erachtet und gepusht. Aber das Finanzministerium hat das Thema ein Stück weit boykottiert.“
Für den Kauf von Tennet hätte die bundeseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mehr als 20 Milliarden Euro aufbringen müssen. Von Insidern hieß es zuletzt, Finanzminister Lindner wolle derartige Ausgaben in Zeiten knapper Kassen und mit Blick auf die Bundestagswahl im kommenden Jahr nicht hinnehmen. Das Finanzministerium habe deshalb einen Abschluss der Verhandlungen blockiert.