Tennet-Übernahme: Keine Einigung erzielt

vom 16.05.2024

Bereits seit letztem Jahr verhandelt der niederländische Stromnetzbetreiber Tennet mit der Bundesregierung über einen Verkauf seines Deutschlandgeschäftes. Dieser sollte dem Vernehmen nach über die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) erfolgen. Doch die Verlautbarungen nach kurz vor dem Abschluss stehende Übernahme könnte nun doch noch scheitern.

Wie der niederländische Konzern mitteilte, sei trotz „umfangreicher Gespräche bisher leider keine Einigung erzielt“ worden. Stattdessen prüfe man nun verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten, um den Eigenkapitalbedarf für das deutsche Geschäft zu decken. 

Das Unternehmen geht von einem Kapitalbedarf für den Netzausbau in den Niederlanden und Deutschland bis 2033 von 160 Milliarden Euro aus. Das ist dem niederländischen Staat als Haupteigner des Unternehmens jedoch zu viel. Gedeckt werden soll der Geldbedarf teils durch Kredite, teils durch Erhöhung des Eigenkapitals. Das Unternehmen prüft nun auch den Einstieg von Investoren oder einen Börsengang. 

Auch wenn ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums auf Anfrage der Wochenzeitung „Die ZEIT“ die Tennet-Mitteilung nicht kommentieren wollte, da die Bundesregierung und die Regierung der Niederlande weiter über den Kauf der TenneT Deutschland verhandelten, verlautete aus informierten Kreisen, dass es Uneinigkeit innerhalb der Bundesregierung über den Umgang mit Haushaltsmitteln gebe. 

Demnach soll sich im laufenden Streit über die Aufstellung des Bundeshaushalts für 2025 Bundesfinanzminister Christian Lindner gegen die Tennet-Übernahme ausgesprochen haben. Der Minister soll sich dabei gegen Bundeskanzler Olaf Scholz durchgesetzt haben. 

Die BNetzA hat den NEST-Prozess abgeschlossen.