ÜNB: TenneT-Stromnetz bald Staatsbesitz?

vom 10.02.2023

Das niederländische Staatsunternehmen TenneT, das über die Tochter TenneT TSO GmbH einen Teil des deutschen Strom-Übertragungsnetzes besitzt, will sich offenbar von dieser Beteiligung trennen. Dem Vernehmen nach seien die Niederländer zu einem Verkauf an den Bund bereit. Im Gespräch ist dabei ein Unternehmenswert von 18 bis 20 Milliarden Euro.

Ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums bestätigte, dass die Gespräche zwischen beiden Seiten, die seit einigen Jahren stattfinden, konstruktiv verlaufen seien. Man begrüße die Ankündigung von TenneT, einen vollständigen Verkauf der Deutschland-Tochter ausloten zu wollen. Vom niederländischen Finanzministerium verlautete, das Parlament werde in Kürze über die von der Regierung bevorzugte Option informiert. Entscheidungen seien noch nicht gefallen.

Momentan scheint die Gelegenheit für eine (teilweise) Rekommunalisierung der Strom-Übertragungsnetze nicht nur im Falle TenneTs günstig. Die Niederländer benötigen ganz konkret Kapital für Investitionen zur Anbindung von Offshore-Windparks an die Industriezentren. Von TenneT hieß es dazu, dass für den Eigenkapitalbedarf der deutschen Aktivitäten, „der derzeit auf circa 15 Milliarden Euro geschätzt wird, […] die niederländische Regierung eine strukturelle Lösung [sucht]“.

Jahre der Verhandlungen, die bereits der Vorgänger des jetzigen Bundeswirtschaftsministers geführt hatte, könnten damit bald zu einem Erfolg führen. Aus Verhandlungskreisen hieß es dazu, dass bis zum Sommer eine Übereinkunft erzielt werden könnte.

Die BNetzA hat den NEST-Prozess abgeschlossen.