Die Bundesnetzagentur (BNetzA) will die Regelung zu sogenannten vermiedenen Netzentgelten abschaffen. Dadurch soll der Strom für Haushalte und Unternehmen günstiger werden.
Vermiedene Netzentgelte erhalten Kraftwerksbetreiber, wenn deren Kraftwerke nicht an das Höchstspannungsnetz angeschlossen sind. In der Regel betrifft das etwa Stadtwerke, die meist eher kleinere Kraftwerke betreiben. Bisher ging die BNetzA davon aus, dass diese Akteure helfen, Stromnetzkosten zu sparen.
Daran gibt es jetzt aber Zweifel. Bislang galt: Kleine Kraftwerke erfordern nicht den Ausbau teurer Höchstspannungsleitungen und verursachen somit weniger Kosten. Im Gegenzug erhalten sie eine Vergütung. Die BNetzA hat festgestellt, dass lokale Kleinkraftwerke in der Praxis kaum noch helfen, Netzausbaukosten zu sparen.
Das hat auch mit dem Erfolg der Energiewende zu tun. Denn früher kam der meiste Strom aus großen Kraftwerken. Lokale Stromerzeuger konnten das System etwas entlasten. Heute aber stammt der deutsche Strom zu zwei Dritteln aus regenerativen Erzeugungsanlagen, die in den meisten Fällen ohnehin in den unteren Spannungsebenen angeschlossen sind.
Laut BNetzA wird auch der dezentral erzeugte Strom aus kleinen PV- und Windkraftanlagen immer öfter über weite Strecken transportiert. Das Netz muss also so oder so für viel Geld ausgebaut werden. Einzelne Kleinkraftwerke ändern daran kaum etwas und sollen deshalb auch keine Vergütung mehr erhalten.
Die Vergütung für vermiedene Netzentgelte soll ab 2026 schrittweise reduziert werden. Sie sollen jährlich um 25 Prozent gesenkt und 2029 dann vollständig eingestellt werden.