Zum 30. Juni mussten sie abliefern: Insgesamt 83 deutsche Großstädte mit mehr als 100.000 Einwohnern mussten zum Stichtag ihren kommunalen Wärmeplan vorlegen. Elf Städte werden die Frist zwar reißen, aber noch im Juli oder August liefern.
Wie energate berichtet, zog diese Bilanz das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) auf eine Anfrage des Mediums.
Demnach wird das nordrhein-westfälische Hamm am 1. Juli bereits den Wärmeplan vorlegen. In Mülheim an der Ruhr ist ein Beschluss für den 16. Juli geplant. Hamburg und Berlin haben ihre Verpflichtung am 16. Juni erfüllt. Als Gründe für die lange Verfahrensdauer nennen die Städte etwa die komplexe Datenerhebung, Personalprobleme oder ausgefallene Gremiensitzungen.
KWW: Große Unterschiede zwischen Wärmeplänen
Das zur Deutschen Energieagentur gehörende Kompetenzzentrum Kommunale Wärmewende (KWW) freut sich über diese erste Erhebung: KWW-Leiter Robert Brückman sagte energate, dies zeige, dass die kommunale Wärmeplanung besser voranschreite als ursprünglich erwartet. Die großen Städte hätten viel Zeit und Ressourcen in ihre Wärmeplanungen investiert. Wie zu erwarten war, seien die bisher vorliegenden Pläne der Großstädte sehr unterschiedlich ausgefallen.
Das BBSR arbeitet unterdessen aktuell an einer Sonderauswertung zu den 83 Großstädten. Diese sind Heimat für 27,1 Millionen Menschen, sprich etwa einem Drittel der deutschen Bevölkerung.
Mit der reinen Vorlage eines Wärmeplans ist ein wichtiges Etappenziel erfüllt. Nach § 20 WPG muss die planungsverantwortliche Stelle nun eine Umsetzungsstrategie entwickeln. Außerdem müssen die Pläne mindestens alle fünf Jahre aktualisiert und fortgeschrieben werden.
Kommunen unter 100.000 Einwohnern haben zwei weitere Jahre Zeit, bis sie ihre Planung vorlegen müssen. Laut KWW sind aktuell schon über 80 Prozent der mittelgroßen Gemeinden in die Wärmeplanung gestartet, mehr als jede dritte Kommune hat die Wärmeplanung sogar bereits abgeschlossen.