Wärmepumpe: Markt entwickelt sich weiter schwach

vom 09.06.2024

Der Wärmepumpen-Absatz ist zu Jahresbeginn deutlich eingebrochen. Laut dem Sprecher des Zentralverbands Sanitär Heizung Klima, Frank Ebisch, sei die Verunsicherung für die Heizungsbetriebe „landauf landab täglich greifbar“. 

Im ersten Quartal ist der Absatz von Wärmepumpen nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) bei einem rückläufigen Gesamtmarkt im Vergleich zum Vorjahr um 52 Prozent auf 46.000 Geräte zurückgegangen. Die Branche rechnet für das Gesamtjahr mit ungefähr 200.000 abgesetzten Geräten. Damit bleibe der Markt deutlich hinter den Erwartungen zurück. Die Bundesregierung hatte als Ziel formuliert, ab 2024 jedes Jahr 500.000 Wärmepumpen einzurüsten.

Wie ein BDH-Sprecher sagte, habe die langwierige, öffentliche Debatte um das neue Gebäudeenergiegesetz viel Vertrauen bei den Verbrauchern bei Fragen rund um die Heizungsmodernisierung verspielt. Hinzu komme, dass die Menschen derzeit noch viel zu wenig über die GEG-konformen technischen Lösungen und über die neue Förderkulisse wüssten.

Ein Knackpunkt bei der Modernisierung in Bestandsbauten sei auch, dass viele Menschen auf die kommunale Wärmeplanung warteten. Diese muss in großen Kommunen ab Mitte 2026, in kleineren Kommunen ab Mitte 2028 vorliegen. 

Der Einschätzung des Geschäftsführers des Heizungsbauers Vaillant Deutschland, Tillmann von Schroeter, zufolge mache das Warten hier aber keinen Sinn. „Wenn ich als Hausbesitzer Platz habe, eine Wärmepumpe aufzustellen, ist das für die meisten Immobilien die beste Lösung“. Die Kosten für die Installation seien inklusive Förderung vergleichbar mit den Kosten für den Einbau einer Gas- oder Ölheizung, die Betriebskosten lägen langfristig niedriger. Und der Wert der Immobilie steige. „Die Wärmepumpe ist damit für mich, meine Enkel und für mein Haus eine sinnvolle Investition. Wenn der Stammtisch das wieder weiß, haben wir einen Riesenschritt gemacht.“