Die Weltbank hat ihren Climate Change Action Plan (CCAP) verlängert – und ihn dabei zugleich abgeschwächt. Auf Druck der US-Regierung wurde das 35-Prozent-Ziel für klimarelevante Projekte ebenso gestrichen wie das Ziel, mindestens 45 Prozent der jährlichen Finanzmittel für Projekte mit Klima-Zusatznutzen zu reservieren.
Den CCAP gibt es seit 2016, er wurde als Reaktion auf das Pariser Klimaabkommen geschaffen. 2021 wurde er erstmals bis Juni 2026 verlängert. Der Plan drohte nun auszulaufen, wäre es nicht zu einem Kompromiss für die Verlängerung gekommen. Eine der neuen Bedingungen ist unter anderem, dass der Plan von einer unabhängigen Evaluierungsgruppe überprüft wird.
2025 finanzierte die Weltbank Klimaprojekte in einem Umfang von insgesamt insgesamt 44,55 Milliarden Euro – das war fast der Hälfte der gesamten in diesem Zeitraum vergebenen Finanzmittel und stellt zugleich einen historischen Höchststand für Klimamittelvergabe dar.
Laut der Weltbank sei die Nachfrage nach Projekten mit Klima-Zusatznutzen in den Partnerländern unverändert hoch. Klimarelevante Auswirkungen der Kredite sollen weiterhin kontrolliert und neue Strukturen für die Bereiche Naturschutz, Umweltverschmutzung und Klimaanpassung erarbeitet werden.
Anstelle des Investitionsziels für Klimaschutzgelder soll nun das Konzept des sogenannten Smart Development treten. Der Fokus liegt hierbei auf der wirtschaftlichen Entwicklung. Ökologische Aspekte sollen allerdings mitgedacht werden. Gefördert werden also weiterhin Projekte, die sowohl einen ökonomischen als auch ökologischen Nutzen haben, wie etwa eine sturmsichere Infrastruktur, der Ausbau erneuerbarer Energien oder eine an Dürren angepasste Landwirtschaft.
Die Anpassungen im CCAP erfolgte auf Druck aus den USA. US-Finanzminister Scott Bessent hatte die Weltbank und den Internationalen Währungsfonds (IWF) aufgefordert, sich wieder auf ihre Kernmandate zu konzentrieren. Nach Ansicht der US-Regierung führten starre Quoten zu Ineffizienzen bei der Mittelvergabe. Weltbank-Präsident Ajay Banga hatte auf Druck der USA im Juni 2025 bereits das lange Jahre geltende, inoffizielle Finanzierungsverbot für Atomkraftprojekte aufgehoben.