Weltklimakonferenz endet mit Signal für weniger Kohlenutzung

vom 14.11.2021

Die Weltklimakonferenz von Glasgow tagte länger als geplant. Entgegen vieler Skeptiker einigten sich die beteiligten Staaten letztlich aber doch auf eine gemeinsame Abschlusserklärung. Im Grundsatz setzte die Konferenz ein Signal für das allmähliche Ende der weltweiten Kohleverstromung. Ein Wermutstropfen: Indien und China setzten dabei eine weichere Formulierung (phase-down = Herunterfahren statt phase-out = Beenden) durch.

Deutlichstes Ergebnis: Der „Klimapakt von Glasgow“ fordert neben der Einleitung des Ausstiegs aus der Kohlenutzung, „ineffiziente“ Subventionen für Öl, Gas und Kohle zu streichen. Bundesumweltministerin Svenja Schulze lobte den Kompromiss dennoch als historisch. Dagegen bekräftigte die Klimaaktivistin Greta Thunberg ihre bisherige Kritik: Auf Twitter schrieb Thunberg, die COP26 sei vorbei. „Hier ist eine kurze Zusammenfassung: Blah, blah, blah“. Auch UN-Generalsekretär António Guterres äußerte sich eher verhalten. Ebenfalls auf Twitter schrieb er: „Es ist ein wichtiger Schritt, aber es ist nicht genug. Es ist Zeit, in den Notfallmodus zu gehen“.

Der britischen Konferenzpräsidentschaft ist das überschaubare Ergebnis durchaus bewusst. Als sich mehrere Staaten über die Abschwächung der Schlusserklärung kurz vor der finalen Abstimmung beschwerten, bat COP26-Präsident Alok Sharma um Verzeihung „für die Art, wie das gelaufen sei“. Dabei rang der britische Minister, tatsächlich oder professionelle Inszenierung, mit den Tränen. Es sei nun von elementarer Bedeutung, „dass wir dieses Paket schützen.“

In der dergestalt abgeschwächten Abschlusserklärung bekennen sich alle Staaten gemeinsam zu dem Ziel, die Erderwärmung bei 1,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu stoppen. Als Aufgabe für alle gilt dabei, bis Ende 2022 bislang unzureichende Klimaschutzpläne nachzujustieren. Allerdings: Dies ist freiwillig, eine Pflicht dazu gibt es nicht. Um das 1,5-Grad-Ziel zu gewährleisten, konstatiert die Abschlusserklärung, müssten die Treibhausgase weltweit noch in diesem Jahrzehnt um 45 Prozent reduziert werden.

Die Industrieländer haben darüber hinaus den ärmeren Staaten finanzielle Unterstützung bei der Klimafolgenanpassung sowie bei der Umsetzung von Klimaschutz-Maßnahmen zugesagt. Die entsprechenden Finanzhilfen sollen bis 2025 von jetzt rund 17,5 auf 35 Milliarden Euro verdoppelt werden. Die Konferenz griff zudem die seit Jahren gestellte Forderung armer Staaten auf, einen Fonds für den Ausgleich von Klimafolgenschäden einzurichten. Allerdings werden die reicheren Staaten lediglich „aufgefordert“, Geld in diesen Fonds einzuzahlen. Eine konkrete Summe wird nicht genannt. Es soll lediglich „technische Unterstützung“ nach Katastrophen bereitstehen, aber nicht der komplette Schaden ausgeglichen werden.

Die Kritik am Minimalergebnis der COP30 nimmt zu.