Zwei der größten Städte Deutschlands, Berlin und Hamburg, haben seit 2023 eine Solarpflicht. War dies ein positiver Anreiz oder hat die Pflicht zu Ausweichreaktionen geführt? Es lässt sich konstatieren, dass die Pflicht den PV-Zubau keineswegs ausgebremst hat. Als ausgewachsener Turbo hat sie sich jedoch auch nicht erwiesen.
53.000 Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von 459 Megawatt waren Stand 6. Oktober in der Bundeshauptstadt in Betrieb. Damit werden nach vorläufiger Schätzung aktuell rund 5,6 Prozent des in Berlin erzeugten Stroms aus Solaranlagen gewonnen. Im Rahmen des Masterplans SolarCity will Berlin bis zum Jahr 2035 die Gesamtleistung etwa verzehnfachen.
Mit Beginn der Solarpflicht im Januar 2023 gab es in ganz Berlin rund 15.000 Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von 194 Megawatt. Ende 2023 stieg die Zahl der Solaranlagen auf rund 26.000 mit 284 Megawatt und erreichte Ende 2024 die Marke von 42.000 mit 381 Megawatt. Von Januar bis September 2025 kamen weitere 11.800 Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von 78 Megawatt dazu.
Eine Ausnahme von der Solarpflicht in Berlin gibt es, wenn die Dachflächen zu klein sind, ausschließlich eine Nordausrichtung haben, oder durch die Umsetzung der Solarpflicht besondere Härten für die Eigentümer zu erwarten sind. 2023 wurden insgesamt 116 Befreiungsanträge gestellt, 2024 waren es 120 und im laufenden Jahr bis Anfang September insgesamt 97.
In Hamburg wurden auf öffentlichen Dächern 2024 insgesamt 45 Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von 3,2 Megawatt gebaut. Zu Jahresbeginn 2025 waren es kumuliert 240 Anlagen mit insgesamt 7,4 Megawatt. In diesem Jahr sollten knapp 100 weitere Anlagen dazukommen.