Windenergie: Ausschreibung erneut unterzeichnet

vom 08.09.2023

Die Bundesnetzagentur musste bei den letzten Ausschreibungen eine gewisse Tendenz zur Unterzeichnung registrieren. Das spiegeln auch die Ergebnisse der letzten Onshore-Windausschreibung wider. Trotz der bereits vorab erfolgten Reduzierung der Ausschreibungsmenge von knapp 3.200 Megawatt auf 1.667 Megawatt fanden sich letztlich nur Gebote über 1.436 Megawatt.

Insgesamt gingen für den Gebotstermin 1. August 2023 142 Gebote ein. Davon wurde eines wegen eines Formfehlers ausgeschlossen. Die Zuschlagsmenge belief sich auf 1.433 Megawatt. Damit haben die drei Ausschreibungsrunden in diesem Jahr einen potenziellen Zubau von rund 4.400 Megawatt erbracht.

Die Werte der bezuschlagten Gebote liegen in der Bandbreite zwischen 6,0 und dem zulässigen Höchstwert von 7,35 Cent je Kilowattstunde.

Die vierte und letzte Ausschreibungsrunde für Windenergieanlagen an Land findet am 1. November 2023 statt.

Mit zu wenig Zuspruch bei Ausschreibungen haben auch andere Staaten zu kämpfen. In Großbritannien ging kürzlich bei einer Ausschreibung für Offshore-Windparks kein einziges Gebot ein. Auch die britische Regierung hat ehrgeizige Ziele bei der Nutzung der Windenergie. Die installierte Leistung soll bis 2050 von aktuell 14 auf 50 Gigawatt steigen.

In der nun erfolglos beendeten Ausschreibung war der Bau von Windparks mit einer Gesamtkapazität von fünf Gigawatt anvisiert. Die britische Regierung offeriert Bietern Subventionen für den Bau in Millionenhöhe sowie einen garantierten Abnahmepreis für die produzierte Energie. Wie britische Medien berichteten, sei der in Aussicht gestellte garantierte Strompreis von 5,13 Cent je Kilowattstunde zu niedrig gewesen, um die durch Inflation gestiegenen Kosten zu decken. Zum Vergleich: Dem Betreiber des im Bau befindlichen Atomkraftwerks Hinkley Point C werden dem Vernehmen nach rund elf Cent je Kilowattstunde garantiert.

Die BNetzA hat eine wichtige Entscheidung bezüglich Rückstellungen bei Gasnetz-Stilllegungen getroffen.