Über 56,1 Terawatt kumulierte Leistung erbringen die mehr als 31.000 Windenergieanlagen in Deutschland. Damit ist die Windkraft eine der tragenden Säulen der deutschen Energieversorgung. Doch so gut wie jeder projektierte Windpark bringt auch zuverlässig eine Bürgerinitiative auf den Plan, die sich gegen gerade dieses neue Projekt ausspricht. Die Argumente Contra-Windräder gleichen sich dabei erstaunlich. Fast immer werden auch der durch die Rotoren erzeugte Infraschall und dessen angeblich ungünstige gesundheitliche Wirkung angeführt.
Eine wissenschaftliche Auswertung zeigt nun: Infraschall aus Windenergieanlagen hat keine gesundheitlich abträglichen Folgen für Menschen. Zu diesem Schluss kommen Susanne Koch von der Charité, Stefan Holheu von der Universität Bayreuth und Martin Hundhausen von der Universität Erlangen gemeinsam in einem sogenannten narrativen Review, der kürzlich in der Deutschen Medizinischen Wochenschau veröffentlicht wurde. Die drei Forscher verweisen zudem auf ein interessantes, psychologisches Phänomen.
So gebe es zwar keinen Zusammenhang zwischen dem Infraschall von Windenergieanlagen und dem Auftreten von Krankheiten wie Herzinfarkten, Diabetes, Bluthochdruck oder Schlafstörungen. Allerdings zeige sich, dass vor allem dann über diese geklagt werde, wenn Organisationen gegen die Windenergienutzung agierten und dabei auch Infraschall als Risiko ansprächen. Das Fazit bringt es denn auch klar auf den Punkt: „Jedes Ausbremsen eines Ausbaus von Windenergie in Deutschland aufgrund wissenschaftlich fragwürdiger Berichte zu Gesundheitsbeeinträchtigungen durch Infraschall erscheint in dieser Zusammenschau zynisch und zutiefst unmenschlich.“
https://www.bayceer.uni-bayreuth.de/infraschall/de/top/155762/16/163560/dmw-16855436.pdf