Deutschland will deutlich mehr Kapazität an Offshore-Windkraft nutzen als derzeit. Doch das könnte schwierig werden, wenn nicht zusätzliche Hafenkapazitäten bereitgestellt werden. Darauf machen der Bundesverband Windenergie Offshore (BWO), der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) und die Küstenländer aufmerksam. Die Partner fordern von der Bundesregierung, „gemeinsam an einer pragmatischen und schnellen Lösung für die Finanzierung dieses Ausbaus zu arbeiten“.
Eine Idee zur Finanzierung gibt es auch: Dafür könnten die Einnahmen aus den Offshore-Auktionen genutzt werden. Die Bundesregierung will mit einem Teil dieser Einnahmen die Transformation des Energiesystems finanzieren, Details sind dazu jedoch noch nicht bekannt. Laut ZDS-Präsidentin Angela Titzrath wäre eine Verwendung der Erlöse aus den Auktionen „inhaltlich naheliegend“, der Bundeshaushalt würde so zudem nicht weiter belastet.
Die Partner betonen in einer gemeinsamen Mitteilung, dass vor allem der Bund in der Pflicht stehe, „finanziell seinen Anteil zum Gelingen der Energiewende zu leisten“. Damit der vom Bund geplante und gewollte Hochlauf bei der Offshore-Windkraft auf 70 Gigawatt (aktuell installiert: rund 8,5 Gigawatt) im Jahr 2045 aber machbar sei, müssten die politischen Weichen für den Ausbau von Schwerlastflächen in den Seehäfen schnell gestellt werden. Die ZDS-Präsidentin stellte dabei klar: „Wir können es uns mit Blick auf die Ausbauziele nicht erlauben, die nötigen politischen Entscheidungen weiter zu vertagen“.
Die Forderung nach zusätzlichen Hafenkapazitäten hatten in ähnlicher Form vor wenigen Tagen auch die Stiftung Offshore-Windenergie, der Bundesverband Windenergie (BWE) und die Hafenwirtschaftsgemeinschaft Cuxhaven erhoben.