Windkraft: Viele Bundesländer weit hinter Ziel

vom 08.05.2022

Das Ziel der Bundesregierung ist ziemlich eindeutig: Die erneuerbaren Energien sollen bis 2030 einen wesentlichen Teil der deutschen Stromproduktion tragen. Dazu muss auch die Windenergie deutlich ausgebaut werden. Um dies zu erreichen, sollen mindestens zwei Prozent der Landesfläche in Deutschland für den Bau von Windrädern ausgewiesen werden.

Wie eine Erhebung der Deutschen Presse-Agentur nun indes zeigt, liegen die meisten Bundesländer jedoch deutlich hinter diesem Ziel zurück. Lediglich Schleswig-Holstein erreicht eine Punktlandung (2 Prozent), gefolgt von Hessen (1,9 Prozent) und dem Saarland (1,82 Prozent). Die Schlusslichter sind Baden-Württemberg mit 0,2 Prozent und Sachsen mit 0,3 Prozent.

Bei den Stadtstaaten zeigt sich eine große Spreizung. Während Bremen rund 1,0 Prozent der Landesfläche für die Windkraft ausweist, hat Hamburg nur 0,23 Prozent der Fläche für Windräder reserviert. Im Flächennutzungsplan des Landes Berlin gibt es sogar keine explizit ausgewiesenen Windkraft-Flächen.

Auch der absolute Zubau zeigt sich aktuell eher schwach. Wie der Bundesverband Windenergie mitteilte, gingen im ersten Quartal nur 99 Windräder mit einer Leistung von insgesamt 407 Megawatt in Betrieb – das ist gut ein Viertel (23 Prozent) weniger als im Vorjahresquartal. Damit kommt das erste Quartal nur auf einen Nettozuwachs bei der installierten Leistung von 355 Megawatt.