Wissenschaftler warnen vor Klimanotstand

vom 29.07.2021

Vor knapp zwei Jahren schlugen gut 11.000 Wissenschaftler aus rund 150 Ländern Alarm: Sie erklärten den weltweiten Klima-Notfall. Anknüpfend an die damalige Erklärung betonten die Wissenschaftler nun erneut die Dringlichkeit ihres Anliegens und forderten sofortige Veränderungen. Dazu heißt es in einem im Fachjournal „BioScience“ veröffentlichten Beitrag, Veränderungen seien dringlicher denn je, um das Leben auf der Erde zu schützen.
 
Die „Erklärung des Klima-Notfalls“ hatten ursprünglich rund 11.000 Wissenschaftler:innen unterzeichnet. Nachdem nun zwei Jahre ins Land gingen, kamen nochmals mehr als 2.800 Unterzeichner:innen dazu. Die Wissenschaftler:innen sind überzeugt, dass seit der ursprünglichen Erklärung zahlreiche Ereignisse wie Flutkatastrophen, Waldbrände und Hitzewellen deutlich gemacht hätten, was passiert, wenn die Menschheit weitermache wie bisher.

So sei etwa das vergangene Jahr das zweitheißeste seit Beginn der Aufzeichnungen gewesen. Im April 2021 wurde zudem eine Kohlendioxid-Konzentration in der Atmosphäre gemessen, die so hoch war wie noch nie seit Beginn der Messungen. Die Wissenschaftler:innen fordern auch deshalb etwa ein absehbares Ende der Nutzung fossiler Brennstoffe sowie einen schärferen Blick auf die Artenvielfalt. Der Co-Autor der Erklärung William Ripple von der Oregon State University sagte, es gebe wachsende Anzeichen dafür, „dass wir uns Wendepunkten von verschiedenen Systemen der Erde nähern oder diese sogar schon überschritten haben“. Als Beispiele nannte er unter anderem das Abschmelzen des west-antarktischen und grönländischen Eisschilds, aber auch, dass sich der Amazonas-Regenwald mittlerweile vom Kohlenstoffspeicher zur Kohlenstoffquelle entwickle.

Deutschland steht vor einem Scheitern bei den Klimazielen.