Zu viel fossile Energierohstoffförderung für 1,5-Grad-Ziel

vom 22.09.2025

Die Erderwärmung auf 1,5 Grad begrenzen ist seit dem Pariser Abkommen von 2015 völkerrechtlich bindend für eine ganze Reihe von Staaten. Doch Wissenschaftler zweifeln immer mehr, dass sich das noch umsetzen lässt, denn zu wenig ist seither in Sachen Klimaschutz passiert.

Nun könnten die Zweifel noch weiter zunehmen: Die 20 größten Förderer fossiler Energien planen aktuell eine Förderung mehr als der doppelten Menge, die mit dem 1,5-Grad-Ziel noch verträglich wäre. Das zeigt der „Production Gap Report“ mehrerer internationaler Forschungsinstitute.

Der Bericht setzt die Pläne der Länder, die zusammen für 80 Prozent der globalen fossilen Brennstoffproduktion verantwortlich sind, ins Verhältnis zur errechneten Menge, die noch klimaverträglich wäre. Laut einem der Berichtsautoren, Derik Broekhoff vom Stockholm Environment Institute, sei bis 2030 eine um 120 Prozent höhere Produktion geplant, als mit einem 1,5-Grad-Szenario vereinbar wäre. Um die Erderwärmung zumindest noch auf zwei Grad zu begrenzen, sind es 77 Prozent zu viel.

Zwar wird mittlerweile so viel Strom aus erneuerbaren Quellen erzeugt wie noch nie. Aber wachsende Volkswirtschaften wie China oder Indien verlangen nach sehr viel mehr Energie, ebenso wie die zusätzliche, für den KI-Boom weltweit installierte Rechenleistung.

Mitautor Olivier Bois von Kurs vom Internationalen Institut für nachhaltige Entwicklung kritisiert, dass, zehn Jahre nach dem Pariser Abkommen zwar erneuerbare Energien weit vorn lägen. „Anstatt ins Rennen einzusteigen, stolpern Regierungen [aber] rückwärts in unsere fossile Vergangenheit“.

Die wichtigsten fossilen Förderländer planen auch die größten Steigerungen bis 2030: Russland, Katar und die USA wollen die Erdgasförderung ausbauen, Indien und China den Kohleabbau stark erhöhen, Saudi-Arabien, Brasilien und ebenfalls die USA deutlich mehr Erdöl fördern. 

Die Förderung fossiler Energierohstoffe steht vor einer Verdopplung.