Zweifel an Energiewende-Erfolg nimmt zu

vom 05.11.2023

Bei allen Umbrüchen der letzten Jahre gab es lange eine Konstante: Die prozentual stets hohe Zustimmung der Deutschen zur Energiewende. Gerade diese aber erodiert seit einigen Jahren. Neuester Beweis: Eine Umfrage der Unternehmensberatung Ernst & Young (EY). Danach glauben mehr als drei Viertel (77 Prozent) der Befragten nicht, dass Deutschland bis 2030 mindestens 80 Prozent des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien decken wird.

Noch im Frühjahr sah das besser aus: Im März waren 65 Prozent, im Mai 71 Prozent skeptisch in Bezug auf diese Zielerreichung. Wie der Leiter des Sektors Energie- und Rohstoffwirtschaft bei EY, Andreas Siebel, die Werte einordnet, bezweifelten trotz aller Anstrengungen der Politik die Menschen immer stärker die regenerativen Ausbauziele. Es zeige sich ein deutlicher Trend, der nachdenklich mache. „Ohne das Vertrauen der Bevölkerung wird es schwierig, den Umstieg auf erneuerbare Energien bei Mobilität, Strom und Wärme zu meistern“.

Nach wie vor genießt die Versorgungssicherheit oberste Priorität bei den Menschen, wie auch die Umfrage erneut zeigt: 54 Prozent der Befragten sprachen sich dafür aus. Allerdings nimmt die Rate hier ab, im Sommer hatten noch 61 Prozent für diese Priorität gestimmt. Mit deutlichem Abstand folgt darauf von rund einem Viertel (27 Prozent) priorisiert der Umwelt- und Klimaschutz.

Lediglich einem Fünftel sind günstige Preise am wichtigsten. Allerdings: Lediglich 29 Prozent der Befragten gehen aktuell davon aus, dass die Energiepreise künftig bezahlbar bleiben. „Nur“ derselbe Anteil der Befragten vertritt zudem die Meinung, dass die Politik merklich hilft, die Kostenbelastung durch Energie abzufedern.