Im Rahmen unseres Themenfeldes Personalwesen haben wir gemeinsam, gerade im Zuge der vergangenen Erfahrungsaustausche, bereits viele relevante HR-Themen diskutiert. Darunter war auch die Frage, wie Inklusion am Arbeitsplatz erfolgreich gestaltet werden kann. Dieses Thema gewinnt zunehmend an Bedeutung, nicht nur aus gesellschaftlicher Perspektive, sondern auch im Hinblick auf Fachkräftesicherung und Organisationsentwicklung.
Warum Inklusion immer wichtiger wird
Etwa jede fünfte Person im deutschsprachigen Raum lebt mit einer Behinderung oder chronischen Erkrankung, viele davon ohne sichtbare Einschränkungen. Gleichzeitig berichten Betroffene weiterhin von Hürden im Arbeitsmarkt und im Bewerbungsprozess. Für Unternehmen bedeutet das: Ein erheblicher Teil potenzieller Talente wird noch nicht ausreichend erreicht oder eingebunden.
Gerade Stadtwerke als zentrale Akteure der Daseinsvorsorge und wichtige regionale Arbeitgeber tragen hier eine besondere Verantwortung. Sie gestalten nicht nur Infrastruktur, sondern auch gesellschaftliche Teilhabe und Arbeitskultur aktiv mit.
Inklusion als wirtschaftlicher Erfolgsfaktor
Inklusion ist dabei weit mehr als ein gesellschaftliches Anliegen. Angesichts von Fachkräftemangel, demografischem Wandel und steigendem Innovationsdruck wird deutlich: Unternehmen, die alle vorhandenen Potenziale nutzen, verschaffen sich klare Vorteile.
Menschen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen bringen vielfältige Kompetenzen, Perspektiven und Erfahrungen mit, die Innovationskraft stärken und Teams bereichern können. Studien und Praxis zeigen zudem, dass eine inklusive Unternehmenskultur die Arbeitgeberattraktivität erhöht, die Zusammenarbeit verbessert und zur langfristigen Bindung von Mitarbeitenden beiträgt.
Inklusive Unternehmenskultur als Grundlage
Eine inklusive Unternehmenskultur bedeutet, dass alle Mitarbeitenden unabhängig von individuellen Merkmalen respektiert, eingebunden und fair behandelt werden. Entscheidend ist dabei nicht Perfektion, sondern der kontinuierliche Abbau von Barrieren.
Dazu gehören unter anderem:
- mehr Bewusstsein für unbewusste Hürden im Arbeitsalltag
- psychologische Sicherheit, damit Bedürfnisse offen angesprochen werden können
- eine aktive Rolle von Führungskräften
- sowie flexible und barrierearme Arbeitsbedingungen
So entsteht ein Arbeitsumfeld, in dem Teilhabe nicht nur möglich ist, sondern aktiv gefördert wird.
Um diese Themen praxisnah zu vertiefen, bieten wir am 29. September ein DisAbility Awareness Training mit der Fachexpertise von myAbility an.
Im Workshop treffen Teilnehmende auf Expert:innen sowie Menschen mit Behinderungen und erhalten direkte Einblicke in unterschiedliche Lebensrealitäten. Ziel ist es, Barrieren sichtbar zu machen, Vorurteile abzubauen und konkrete Handlungsmöglichkeiten für den Arbeitsalltag zu entwickeln.
Im Fokus stehen dabei nicht nur Sensibilisierung und Austausch, sondern auch ganz konkrete Mehrwerte, wie inklusivere Zusammenarbeit, bessere Rahmenbedingungen im Recruiting und nicht zuletzt die nachhaltige Gewinnung und Bindung von Fachkräften.
Gleichzeitig verstehen wir dieses Training nicht als Einzelmaßnahme, sondern als Auftakt für eine weiterführende Auseinandersetzung mit dem Thema Inklusion in Stadtwerken. Aufbauend darauf sind weitere Veranstaltungen geplant, die einzelne Aspekte vertiefen, wie etwa „Inklusion in Stadtwerken“ oder „Barrierefreiheit als Vorteil für alle: Warum Zugänglichkeit mehr als eine gesetzliche Pflicht ist“. Ziel ist es, das Thema Schritt für Schritt im Unternehmen weiter zu verankern und praxisnah weiterzuentwickeln.